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„Ich dachte mir schon, dass das cool wird. Aber dass es so cool wird, das hätte ich nicht gedacht.“

„Ich habe so viel gelernt die Woche. Dafür bin ich wirklich dankbar.“

Das sind nur einige Worte zur Deutsch-Tschechischen Jugendbegegnung, welche vom 13. bis 19. Juli auf dem Flugplatz Most (ehemals Brüx) stattgefunden hat. Bei der Premiere des Projekts trafen zwölf junge Springerinnen und Springer zwischen 16 und 26 Jahren aus ganz Deutschland auf neun Teilnehmende aus Tschechien.

Organisiert wurde das Ganze von der Fallschirmjugend des DFV gemeinsam mit dem BASE Paraklub Praha. Ziel war es, dass sich junge Fallschirmsportler nicht nur sportlich weiterentwickeln und (finanziell) unterstützt werden, sondern ihnen auch die Möglichkeit zu geben, über Ländergrenzen hinweg Freundschaften zu schließen und voneinander zu lernen.

Der Schwerpunkt der Woche lag auf der Disziplin Formation Skydiving (FS) und der Sicherheit, beim Packen und am Schirm.

Warum genau FS?

Das hatte gleich mehrere Gründe:

Zum einen hatten viele Teilnehmende noch nicht viele Sprünge, einige von ihnen hielten erst ganz frisch ihre Lizenz in den Händen. Egal, in welche Richtung sich die Teilnehmer zukünftig orientieren werden: die Grundlagen auf dem Bauch sind essenziell für eine sichere und nachhaltige Sprungkarriere und gelten überall.

Zusätzlich sollte vor allem das Teamwork zwischen den Nationen in gemischten Teams gestärkt werden.

Zum anderen ist unser tschechischer Kooperationspartner in der Nachwuchsarbeit im FS sehr aktiv:

Mit den Skywalker Juniors waren gleich mehrere Mitglieder, alle zwischen 18 und 23 Jahre alt, des erfolgreichen tschechischen Nachwuchsnationalteams dabei, das zuletzt bei den Europameisterschaften im Indoor Skydiving in Lille Bronze gewann. Für viele der jüngeren oder weniger erfahrenen Springer bot sich damit die seltene Gelegenheit, unmittelbar von Spitzensportlern zu lernen.

Was genau wurde gemacht?

In gemischten deutsch-tschechischen Teams wurden täglich mehrere Sprünge absolviert. Jeder Sprung wurde ausführlich vorbereitet, per Video ausgewertet und Fortschritte waren von Tag zu Tag sichtbar.

Doch nicht nur die fliegerischen Fähigkeiten standen im Mittelpunkt. Ebenso wichtig waren Themen wie Sicherheit und Verantwortungsbewusstsein. Teilweise schlechtes Wetter wurde sinnvoll genutzt bei einer Packeinweisung, einem Workshop zum technischen Verständnis der Ausrüstung sowie einem praxisnahen Mini-Kappenkurs, um langfristig sicher unterwegs zu sein.

Gemeinsame Abendessen, Ausflüge zum Badesee und viele Gespräche rundeten das Programm ab und sorgten dafür, dass aus anfänglicher Zurückhaltung schnell Offenheit wurde. Englisch, Deutsch, Tschechisch oder einfach Hände und Füße, irgendwie fand jeder seinen Weg zur Verständigung.

Den sportlichen Abschluss bildete ein tschechischer Lokalwettkampf, bei dem sich drei neu zusammengestellte deutsch-tschechische Teams der Konkurrenz stellten. Für viele war es der erste Wettkampf überhaupt. Die perfekte Gelegenheit, das Gelernte direkt umzusetzen.

Dass zwischen allen drei Teams am Ende nur wenige Punkte lagen, zeigte eindrucksvoll, welche Entwicklung die Teilnehmenden innerhalb weniger Tage genommen hatten. Mindestens genauso wichtig war jedoch, dass hier nicht Deutschland gegen Tschechien sprang, sondern gemischte Teams gemeinsam.

Das Feedback der Teilnehmer, die Stimmung vor Ort und der Fortschritt in der Luft, am Schirm und den Landungen sowie die neuen Freundschaften zeigen, dass sich der Aufwand mehr als gelohnt hat.

Ein solches Projekt lebt von Menschen, die bereit sind, Zeit, Herzblut und Engagement einzubringen. Ein besonderer Dank gilt deshalb Jan Klapka und Martina Vavackova vom BASE Paraklub Praha bzw. den tschechischen Organisatoren, die mit ihrer Gastfreundschaft und ihrem außergewöhnlichen Einsatz maßgeblich zum Gelingen der Woche beigetragen haben.

Zusätzlich bedanken wir uns bei Tobi Scherrinsky, der sich bereit erklärt hat, den Teilnehmern an mehreren Abenden Sicherheit am Schirm und den Kappenflug näherzubringen und darüber hinaus mehr als tatkräftig beim ganzen Projekt mit unterstützt hat.

Ebenso bedanken wir uns herzlich beim Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, dessen Unterstützung diese Jugendbegegnung mit ermöglicht hat. Der Fonds fördert seit vielen Jahren Projekte, die den Austausch und das gegenseitige Verständnis zwischen beiden Ländern stärken. Das war in Most jeden Tag spürbar.

Nach der erfolgreichen Premiere steht bereits fest: Der deutsch-tschechische Jugendaustausch wird fortgesetzt. 2027 sollen sich die jungen Springerinnen und Springer in Deutschland treffen, der tatsächliche Ausrichtungsort steht noch aus.

Wenn diese erste Begegnung eines gezeigt hat, dann, dass Fallschirmsport weit mehr als Sprünge, Training und Wettkämpfe ist. Er verbindet Menschen weltweit und lässt Freundschaften entstehen, die weit über den letzten Sprung einer gemeinsamen Woche hinausreichen.

Nadeja Sievers

Herausgegeben mit freundlicher Unterstützung des
Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds

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