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…ist das Thema des heutigen Artikels.

Bevor ich aber wieder mit meinem erhobenen Zeigefinger komme, möchte ich mich erst mal bei allen bedanken für das Wahnsinns-Feedback der diesjährigen Insita. Auch wenn nach der erzwungenen Corona-Pause weniger Besucher als sonst vor Ort waren, so war umso mehr Begeisterung zu spüren, dass die Veranstaltung endlich wieder in einem normalen Rahmen laufen kann. Und ich war überwältigt, wie gut unsere Loop-Bastel-Aktion von euch angenommen wurde. By the way, sollte jemand noch ein Tool zum Loopbau benötigen, dürft ihr euch jederzeit gerne an mich wenden.

JETZT ABER ZUM EIGENTLICHEN THEMA:

Fast täglich werden wir (und das ist gut so) mit Fragen zu eurer Ausrüstung gelöchert. Irgendetwas ist immer unklar, irgendjemand hat immer Tips, die falsch oder „gutgemeint nicht verstanden“ rüberkommen, irgendwas funktioniert immer nicht so, wie es soll, kurz gesagt, gerade bei unseren Anfängern gibt es viel Unsicherheit, wie mit ihrer Ausrüstung richtig verfahren werden soll.

ICH SCHREIBE MIT ABSICHT AUSRÜSTUNG UND NICHT NUR GURTZEUG.

Wenn wir in die Luft gehen, dann haben wir außer unserem System jede Menge nötiges und unnötiges Zeug am Mann. Vom Höhenmesser (ja, der ist nötig), digital, analog, mit Lichtern und bunten Armbändern angefangen über den Helm (ja, der ist auch nicht schlecht, auch wenn manche oldschoolSpringer noch ohne unterwegs sind #ichfassmichandieeigeneNase) bis hin zu Kombi, Dyttern (akustische Höhenwarner auf Deutsch), Handschuhen, Messer, allen möglichen und unmöglichen Kamerahalterungen und nicht zuletzt die coolen Sneakers mit neonfarbenen Schnürsenkeln.
Aber, und wie gesagt, ich fass mich an die eigene Nase, machen wir uns WIRKLICH Gedanken darum, ob wir auch alles richtig verstehen und bedienen können? Notfalls in Sekunden damit richtig umgehen können und auch für die „worst cases“ vorbereitet sind?

Die Lösung ist einfach und liegt doch oft so fern für uns: Lesen. Lesen hilft. Lesen von Handbüchern, Artikel der Hersteller, Sicherheitsmitteilungen usw. Ich weiß, wir haben wenig Zeit, das Wochenende ist kurz und wir wollen einfach nur springen. Aber jetzt ist Winter, und jetzt ist die geeignete Zeit, uns intensiv mit unserer Ausrüstung auseinanderzusetzen.

Nur am Beispiel Höhenmesser: Die Zeit der analogen riesengroßen Zwiebeln an der Hand ist vorbei, heute sprechen wir von komplexesten batterie- oder akkubetriebenen Minicomputern, die in der Einstellung oft schwierig und nahezu unverständlich sind, wobei es nicht einfacher wird, wenn das Handbuch nur auf Englisch zu finden ist. Aber die Lösung ist nicht, nur das Notwendigste zu machen und sich nicht weiter damit zu beschäftigen, nein, JETZT ist die Zeit, uns da richtig einzuarbeiten. Das ist nötig und wichtig!! Und nebenbei können wir auch noch ggf. unsere Fremdsprachenkenntnisse auffrischen 🙂
Dasselbe gilt für die akustischen Warner: Waren sie früher eher konventionell nur für drei Freifallhöhen verfügbar, arbeitet man sich heute durch einen Dschungel von Bluetooth-Verbindungen mit 20 Tönen in beliebig einstellbaren Höhen und 8 verschiedenen Lautstärken, oft noch begleitet von visuellen Hilfen mit LED-Disco. Das will ordentlich eingestellt sein, eine falsche Anzeige in der Luft führt zu falschen Entscheidungen und resultiert im schlimmsten Fall in einen Unfall.

Euer Helm: Ja, es gibt ein Manual dazu, wie er ordentlich für eure Rübe eingestellt wird, wie das Visier gepflegt wird, wie ist die Belüftung gestaltet, wie mach ich den Audible rein usw. … Es lohnt sich echt, mal das Handbuch durchzulesen und sich ein wenig damit am Boden zu beschäftigen. Kleiner Tip am Rand: Manche Helme haben eine „Impact Rate“, sind für gewisse Belastungen getestet (das betrifft längst nicht alle), diese Tests bzw. die daraus resultierenden Zulassungen sind aber unter Umständen hinfällig, wenn ihr eine Kamera anbringt. Oder nur einen Aufkleber dranmacht. Kein Witz.
Über Kamerahalterungen wurde ja in der Vergangenheit nun öfter gesprochen, aber beschäftigt ihr euch wirklich mit der Thematik oder verlasst ihr euch auf Aussagen der „Fachleute“? Hat sich der Hersteller des jeweiligen Systems Gedanken gemacht, hat er Tests durchgeführt, gibt es vielleicht online eine Testtabelle o.ä., die auf Bruchlasten und Ähnliches Rücksicht nimmt? Gibt es vielleicht ein Manual dazu? Beschäftigt euch damit, Hörensagen gilt nicht, es ist Teil eurer Ausrüstung.

Ist die coole Sportbrille denn überhaupt geeignet für uns? Oder splittern die Gläser, wenn ihr eine Dreipunktlandung macht (Knie, Hintern, Kopf)? Gibt es da was vom Hersteller? War vielleicht außer Werbung noch was in der Schachtel zum Lesen?

Allein für euer Gurtzeug gibt es vier Handbücher, die man sich in Ruhe ansehen sollte. Gurtzeug, Hauptschirm, Reserve und AAD. Lesen UND verstehen. Ist meine Reserve überhaupt für meinen Container zugelassen? Darf ich das System überhaupt in Deutschland springen? Ist mein AAD für meine Zwecke eingestellt? Wie pack ich meinen Hauptschirm RICHTIG in den Container? Fragen über Fragen … Ich weiß, gerade wir Männer sind oft etwas faul, was Bedienungsanleitungen betrifft, bei manchen Gerätschaften wollen wir auch gar nicht wissen, wie das funktioniert, aber gerade in unsrem Sport gibt es gar nicht genug Input.

Nutzt die Zeit, nehmt euch die Handbücher vor, ob Papier oder online, spielt mit eurer Ausrüstung, lernt sie WIRKLICH kennen, damit ihr nicht am Platz vorm laufenden Flieger steht und diskutieren müsst, wie die Höhenverstellung des AADs oder Höhenmessers funktioniert, weil ihr an nem andren Platz landet. Und ich setz mich jetzt auch hin und erklimm die Bildungsleiter, ich bin als alter Mann jetzt doch im Reich der digitalen Höhenmesser angelangt 🙂
Ein gutes neues Jahr für euch alle da draußen, mit vielen schönen Erlebnissen und neuen Freundschaften. Passt auf euch auf!

Raphael Schlegel

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