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Neben den vor Ort in Illertissen teilnehmenden Teams nutzen auch die übrigen deutschen Kaderteams den Cup zur Standortbestimmung – von „zuhause“ aus.

Der als europäischer Paranodon 4way-Cup und zugleich als Süddeutsche Meisterschaft ausgeschriebene Wettbewerb steht am kommenden Wochenende (29./30.8.) auch jenseits der bayerisch-schwäbischen Grenze im Fokus des Interesses. Denn nicht nur die gemeldeten Teams, die um den Cup wetteifern, sind mit Leib und Seele am Start, sondern auch die aus der Ferne teilnehmenden Mannschaften, die den – möglicherweise einzigen 4er-Wettbewerb überhaupt im Corona-Jahr 2020 – zur Standortbestimmung nutzen. Von „zuhause“ aus. Und weil der Draw über die NSL-Webseite von Kurt Gaebel auch international publiziert wird, besteht sogar die Aussicht darauf, dass der Cup zur globalen 10-Runden-Benchmark für 4er Teams wird.

An seiner Heimat-Dropzone am Start ist neben den erfreulich vielen Futura-Teams in Illertissen der neu formierte AIRBUS-4er. Seit Jahren hat das Team um Captain Tom Mack mit renommierten Playercoaches aus dem Ausland gearbeitet, zunächst mit Solly Williams (USA), dann mit Marco Arrigo (ITA). Weil man sich so zwar rasant weiterentwickeln, aber leider kein Ticket zur Teilnahme an internationalen Wettbewerben lösen kann, wurde immer wieder über einen personellen Umbruch nachgedacht. Kürzlich war es endlich soweit, und besser hätte der Zeitpunkt gar nicht gewählt werden können. Denn 2020 findet keine DM statt, sodass der Status als Nationalmannschaft ohnehin nicht schnell wiedererlangt und die Zeit für den Neuaufbau genutzt werden kann. Gleichzeitig haben Sarah Mertes und Alexander Prendinger bereits unter Beweis stellen können, dass sie auf national höchstem Niveau angekommen sind – die grandiose Performance auf der DM 2019 in Kassel hat dafür gesorgt, dass das Team in der höchsten Kaderstufe vertreten bleibt. Nun darf man also gespannt sein, wo sich der AIRBUS-4er nach der Zäsur auf der Leistungsskala befindet.

Eine Standortbestimmung ist der Wettbewerb auch für das Team Oceanside AtomiX – SkyDive-Hildesheim. Ihre Saisonplanung sah vor, die deutschen Farben auf der WM in Russland zu vertreten und hierfür mindestens zwei umfangreiche Trainingscamps am Sprungplatz von Sponsor Mike Vetter in Kalifornien zu verbringen. Aus bekannten Gründen konnte dieser Plan nicht realisiert werden, weshalb der Schwerpunkt kurzerhand auf Grundlagenarbeit im Tunnel verlegt wurde. Sicherlich ein guter und vor allem perspektivisch richtiger Schritt, zumal auch AtomiX nach der DM 2019 einen personellen Wechsel vorgenommen hat – für Marc Zimmermann kam Paul Hofstee ins Team. Folglich wird von AtomiX noch keine absolute Spitzenleistung zu erwarten sein, dafür eine, die bis zur verschobenen WM 2021 auf noch soliderem Fundament ausgebaut werden kann und trotzdem in der Wertung (mit Abstand) für den imaginären Sieg reicht. Denn die Teilnahme erfolgt am Heimatsprungplatz in Hildesheim im Rahmen eines Outdoor-Trainings.

Ebenfalls von zuhause aus nimmt der Frauen-4er SKYNAMITE – FSZ Saar am Wettbewerb teil – ihr Zuhause ist der Sprungplatz Saarlouis. Auch für sie passt der Wettbewerb eigentlich nicht mehr in den gründlich umgestalteten Saisonplan, doch gab es auch bei ihnen eine Veränderung im Team, sodass eine Leistungsmessung nicht ganz unwillkommen ist. Der Wechsel erfolgte zum Ende der Outdoor-Saison 2019, nachdem Janine Tillenburg weder an der DM in Kassel noch am Weltcup in Eloy teilnehmen konnte und durch Linda Köb vom AIRBUS-8er bzw. Andrea Kleinschmidt von AtomiX  ersetzt werden musste. Für sie kam Verena Jürgens neu ins Team, verbunden mit einem Positionswechsel von Sandra Dederichs im Zentrum von innen nach außen. Seither wurde fleißig trainiert, und sogar die Zeit während des Shutdowns wurde unter der Anleitung von Coach Roy Janssen intensiv genutzt, um individuelle Hausaufgaben zu erledigen bzw. an teamdynamischen Elementen zu feilen, für die im regulären Trainingsbetrieb zu wenig Zeit bleibt. Geschadet hat’s sicherlich nicht, aber ausgefallene Outdoor-Trainingscamps wird es mutmaßlich nicht vollumfänglich ersetzt haben können, sodass noch keine Leistungsexplosion zu erwarten ist. Eine leichte Aufwärtsentwicklung gegenüber der Vorsaison wäre allerdings keine Überraschung und allemal hoch verdient.

Weil der BKF-Sporthaushalt im laufenden Jahr nahezu unangetastet blieb, hat der BKF-Vorstand auf Initiative von Bundestrainer Matthias Maushake Mittel für die Teilnahme der Kaderteams am Paranodon-Cup freigegeben. Unterstützung erfahren auch die Nachwuchsteams durch Zuwendungen aus dem DFV-eigenen Futura-Etat.

Allen Teams viel Erfolg beim Wettbewerb und auf dem Weg zu noch besseren sportlichen Leistungen in der Zukunft!

Dr. Henning Stumpp

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