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Liebe DFV-Mitglieder,

willkommen zurück, so hat es womöglich bei der Rückkehr an die Sprungplätze Anfang / Mitte Mai geheißen. Zurück am Sprungplatz, zurück im Sprungbetrieb, zurück im Flieger, zurück im Freifall, zurück in der Community, zurück in unserem Sport … na dann ist ja alles wieder gut. Dabei hat eigentlich nur der Fallschirmsprung selbst, also der Zeitraum vom Absprung bis zur Landung, im Vergleich zu früher keine Veränderung erfahren, während alles andere geringfügig bis erheblich anders ist und sicherlich auch noch eine Weile anders bleibt. Wer hätte das gedacht? Oder wer hätte je darüber nachgedacht?

Man spricht in den letzten Wochen gerne von einem Brennglas-Effekt, wenn die Virus-Pandemie Details unseres Wirtschafts- und Soziallebens sichtbar macht oder gar Abgründe ausleuchtet. Schauen wir also gerne mal durch eine Lupe auf unseren Sport, um uns einiger Phänomene und Zusammenhänge bewusst(er) zu werden, die es entlang unserer ganzen Springerkarriere schon immer gegeben hat, sodass sie als Selbstverständlichkeiten wahrgenommen wurden und nie im gedanklichen Fokus gestanden haben.

In der überwiegenden Anzahl sind wir Freizeitsportler und gehen unserem einzigartig faszinierenden Hobby nach – manch eine(r) hat dieses Hobby sogar zum Beruf gemacht, aber dabei hoffentlich nie die ursprüngliche Leidenschaft verloren. Zur Ausübung unseres Sports stehen uns unterschiedliche Varianten für die Einbindung in die Community zur Verfügung: In der distanziertesten Ausprägung sind wir einfach zahlende Kunden bei einem kommerziellen Anbieter von Fallschirmsprunginfrastruktur, im anderen Extrem sind wir mit Leib und Seele in einen familiengleichen Verein eingebunden – der Übergang ist fließend. Klar ist: Ohne Kunden kein Dienstleister und ohne Mitglieder kein Verein – daraus schöpfen wir unser Selbstbewusstsein als souveräne Kunden oder Beitrag zahlende bzw. mitbestimmende Vereinsmitglieder. Klar sollte uns aber auch geworden sein: Ohne Verein oder kommerziellen Anbieter kein Fallschirmsprung, wobei für deren Existenz mitunter auch ein starker, leistungsfähiger Verband sorgt. Und auch das reicht längst nicht aus, weil’s ja auch ein Flugzeug braucht, und einen Piloten, und einen Rigger, und einen Öffnungsautomatenhersteller, und und und … – wer immer sich mutterseelenallein durch die Luft (oder wie Felix Baumgartner durchs Weltall) fallen lassen mag, ist auf ein ziemlich großes Team drumherum angewiesen.

Nun hat sich durch Corona beinahe alles rund um den Kern unseres Sports verändert, weil es von Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen geprägt ist, weil es vorübergehend unzugänglich oder untersagt ist oder weil es vielleicht sogar existenziell in Frage gestellt werden muss. In jedem Fall aber hat es mit der Interaktion mit anderen Menschen zu tun. Womöglich fällt uns daran auf, dass dieses Drumherum ein doch recht erheblicher Bestandteil unseres Sports ist, ob er nun als notwendiges Beiwerk empfunden wird oder ob wir dieses soziale Gefüge zum Wesenskern unseres Sports zählen. Wo auch immer wir uns auf dieser Skala einordnen mögen, wir sind bei aller Individualität Bestandteil einer Community. Einer besonderen Community, die es zu hegen und zu pflegen gilt. Das war vor der Krise so, das ist in der – wie ich finde sehr gut gemanagten – Krise so, und das bleibt auch nach der Krise so, wann immer dies sein wird.

Vielleicht mögt Ihr den Gedanken noch vertiefen, gerne auch mit Sicherheitsabstand in abendlicher Runde. Und vielleicht: Wer die Community drumherum noch mehr wertschätzt als ohnehin, maximiert dadurch den Genuss an unserem, die größtmögliche individuelle Freiheit bietenden Sport.

Bleibt „xsund“ und genießt Eure Sprünge!

Henning

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