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Mit dem brandneuen Gurtzeug zum Boogie nach Namibia?! Warum denn eigentlich nicht? Wofür kauft man denn sonst ein neues System. Es sitzt wie eine zweite Haut und hat alle Komponenten verbaut, die man liebt und schätzt. Da die Investition auch nicht ganz unerheblich war, will man auf sein „Schätzchen“ natürlich gut aufpassen und es pfleglich behandeln. Bei den ersten Landungen auf der Homedropzone ist man noch vorsichtig und schützt die Beingurte mit allen Mitteln vor Bodenkontakt.

Dann steht der erste Boogie an und die Frage an mich war, soll ich mein neues Gurtzeug mitnehmen oder lieber das alte Zweitgurtzeug? Da das neue Gurtzeug speziell auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten war (dynamic corners sowie Wingsuit CYPRES) habe ich ihm dazu geraten, das neue mitzunehmen, schließlich haben wir es ja dafür auch konfiguriert.

Nach 17 Boogie-Sprüngen in der Wüste Namibias kam das Gurtzeug wieder zurück in die Loft und war kaum mehr wiederzuerkennen. Auf der weißen Deckklappe thronte ein dicker schwarzer Ölfleck. Das leuchtende Orange war komplett matt und hatte einen grauen Film, das dunkle Schwarz hat sich in einen Gelbton gefärbt und wo man nur hingesehen hat, Sand!

Good Job!, hab ich mir gedacht … Und ich hab ihm noch dazu geraten … 🙂

Wir waren uns einig, dass wir das System wieder in den Ursprungszustand versetzen müssen! Das ist nach einer intensiven und aufwändigen Reinigungsaktion auch gelungen und es wurde wieder wie neu.

Sand ist wie Schmirgelpapier und dringt wirklich in die letzten Winkel von Gurtzeug und Kappe vor. Wir fanden ihn in umgeschlagenen Klappen, eingenähten Magneten, am Rückenkreuzgurt, in der AAD-Tasche, den Housings und Kabeln, im Freebag, im Haupt- und Reserveschirm, eigentlich überall. Nachvollziehbar aufgesammelt um die 40 g Sand, das entspricht ca. 3 Esslöffel nach 17 Sprüngen. Ich denke die Bilder sagen mehr als viele Worte und jeder kann sich vorstellen, zu welchem Ergebnis die Kombination Sand + dünnes Nylon + Reibung auf lange Sicht führen würde.

Den Untergrund, auf dem man landen muss, kann man sich oft nicht aussuchen. Wo wir aber unseren Schirm packen und unser System ablegen, kann man durchaus steuern. Packmatten oder Planen bieten einen guten Schutz vor Schmutz und Reibung und sollten möglichst immer verwendet werden. Das bedarf aber auch Eigeninitiative und guter Vorbereitung des Springers, denn gerade bei Boogies in exotischen Ländern sind nicht immer alle gewohnten Standards verfügbar, die man von zu Hause kennt.

Der Artikel soll jetzt auf keinen Fall bewirken, dass ihr alle paar Sprünge euer System komplett zerlegt und reinigt. Das ist bei gewöhnlicher Nutzung nicht nötig. Wenn es regelmäßig an den Strand oder in die Wüste geht, ist ein außerplanmäßiges Öffnen und Reinigen, bestimmt kein Schaden.

Ihr handelt im eigenen Interesse, dieses System sah nach vier Jahren über der Wüste so aus … 

Einen guten Start in die Saison mit gut gewarteter Ausrüstung

Sepp Bunk / Raphael Schlegel

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