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Zwischen den Tragegurten und den Fallschirmleinen sitzt ein kleines, aber wichtiges Bauteil – das Fangleinen-Verbindungsstück. Die Metallversion, ein „Mallion Rapide®“ Link, kennen wir auch als Hardlink, Connector Link oder Schraubschäkel. Die Ausführung aus Fallschirmleine nennt sich Softlink. Sie zeichnet sich dadurch aus, das der Link komplett frei von Metall ist – ein Softlink eben.

Waren in der Vergangenheit Softlinks aufgrund des umständlichen Handlings eher als Ausnahme zu sehen, tendieren heute die meisten Springer einheitlich in Richtung Softlink. Für die Verbindung zwischen Fangleinen und Tragegurten ist dies bestimmt auch die schickste Option. Aber sprechen auch noch andere Gründe als das Design für die Verwendung von Softlinks?

Einfach zu installieren, stabil, leicht, wiederverwertbar und kompatibel mit allen Leinen / Risertypen, so wollen wir unseren optimalen Softlink haben. Es gibt verschiedene Ausführungen für Reserve- oder Hauptfallschirm von unterschiedlichen Herstellern. Am weitesten verbreitet sind die Softlinks der Firma P.D. Diese war auch maßgeblich an der technischen Innovation des Softlinks beteiligt und hat als einziger Hersteller eine FAA TSO-Zulassung auf ihre Reserve-Softlinks.

Im Schnitt wiegt ein Metallschäkel ca. 25g. Wer auf ein hohes Wingload Wert legt, sollte unbedingt bei den metallischen Hardlinks bleiben. 🙂 Alle anderen können durch eine Umstellung auf Softlinks das Gewicht um knapp 100g reduzieren. Voraussetzung hierfür ist die Zulassung des Herstellers von Softlink, Gurtzeug, Hauptfallschirm oder Reserve. Nur er bestimmt, ob und welcheSoftlinks verwendet werden dürfen – wir können also nicht wahllos mischen, denn die Unterschiede sind groß. Manche Hersteller schließen die Verwendung von Softlinks an ihren Kappen oder Gurtzeugen auch gänzlich aus. Informiert euch deshalb bitte vorab, welche Konstellationen möglich sind und ob der Softlink auch dafür zugelassen ist.Jeder Hersteller von Softlinks liefert auch eine Einbau- und Bedienungsanleitung mit. Die richtige Installation und der Verschluss sind entscheidend für eine einwandfreie Funktion und Tragfähigkeit. Wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt: Fallschirmwart und Techniker wissen, wie der Einbau fachmännisch verläuft und beraten euch gerne weiter.

Softlinks werden in der Regel aus Fallschirmleine hergestellt, die einer Bruchlast von 500 bis 700 kg entspricht. Durch das Herstellungsverfahren „Einspleißen“ (eine kernlose Leine wird in eine andere geführt) und das doppelte Umwickeln von Fangleinen und Tragegurt wird die Bruchlast sogar noch erhöht. Gängige Metalllinks aus Edelstahl der Größe #4 (278kg) und #5 (449kg) sowie Fangleinen und Teile des 3-Ring-Systems haben bei Bruchtests von P.D. vor dem Softlink aufgegeben. Der Softlink hatte nach den Tests weder Verformungen noch Beschädigungen aufzuweisen.

Noch ein positiver Nebeneffekt: Da Softlinks aus weichem Gewebe sind, beschädigen sie beim herunterkommenden Slider auch nicht die Ösen, die Leinen in diesem Bereich werden im Vergleich zur Metallverbindung auch etwas mehr geschont. Durch die fehlenden Slider Bumpers (Silikonschläuche zum Schutz der Connectorlinks) kann man den Slider viel leichter über die Tragegurte nach unten ziehen.

Egal ob Metall- oder Softlink, beide Systeme sind nicht wartungsfrei und nicht gebaut für die Ewigkeit. Sie bedürfen regelmäßiger Inspektion und wollen nach verrichteter Arbeit erneuert werden. Ein guter Zeitpunkt für einen Austausch ist beim Erneuern der Leinen oder Tragegurte, solltet ihr aber früher Veränderungen oder Beschädigungen bemerken, immer getreu dem Motto: „Kleine Ursache – große Wirkung“.

Sepp Bunk / Raphael Schlegel

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