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Fast täglich werden wir mit der Frage konfrontiert: „Wie lange halten denn diese Leinen noch?“ Und wir ernten oft Unverständnis, weil sich diese Frage nicht so einfach beantworten lässt, wie es draußen oft von Fachleuten mit gefährlichem Halbwissen vermittelt wird. „Das geht noch locker 100 Sprünge“, hört man dann oft. Oder „du glaubst garnicht, wie viel die Teile noch aushalten, die Saison kommst du noch durch damit“ …

Weder wissen wir, wie viele Sprünge mit der Kappe schon gemacht wurden (das lässt sich auch nicht mal einfach so am Zustand ablesen), noch wissen wir, wie ihr mit eurer Kappe so umgeht. Wir wissen nur eines, wenn es aussieht wie eine alte Socke, dann ist es auch eine. Unabhängig davon, wie oft sie benutzt wurde.

Je nachdem, welche Leinen wir verwenden, haben diese auch unterschiedlichste Eigenschaften. Die geläufigsten heute sind

Dacron: Viel verwendet in Schülerkappen, haben die höchste Elastizität, sind aber sehr dick und haben eine hohe Abnutzung.

Microline: Haben von allen Leinen die geringste Abnutzung, sind aber sehr Hitze-empfindlich und gehen früh „out of trim“, soll heißen, die Kappe verändert ihr Öffnungs-, Flug-und Landeverhalten.

Vectran: Extrem dehnungsstabil, aber auch sehr abnutzungsintensiv.

HMA: Nicht ganz so stabil wie Vectran, aber ähnlich, auch in der Abnutzung, dafür das geringste Volumen.

Microline_StrengthLoss

Vectran_StrengthLoss

HMA_StrengthLoss

Auf den Seiten der Kappenhersteller gibt es oft gute Angaben, wann Leinen zu wechseln sind. Sogenannte Empfehlungen, die ausgesprochen werden, weil die Leinen getestet wurden. Und daran sollten wir uns halten. Und nicht an irgendwelche Wahrsagungen. Es gibt einen guten Artikel von PD, in dem genau dieses Kapitel behandelt wird, aus dem auch die hier gezeigten Abbildungen sind. Und in diesem Artikel wird eine gute Frage gestellt:

„Wann werden gebrauchte Leinen reißen? In der Öffnung? Beim Fliegen? Oder in der Landung?“ Die Antwort lautet einfach „ja“. Ja für jeden Fall. In jeder Situation, in der ihr alte Leinen benutzt, riskiert ihr, dass diese brechen. Im günstigsten Fall, bei der Öffnung, noch hoch oben, ist es „nur“ ein Cutaway verbunden mit der Hoffnung, alles wiederzufinden. Im ungünstigsten Fall reißt euch das Teil beim sportlichen 720er Turn überm Boden mit all den unangenehmen Folgen für Springer und Zuschauer.

Relining kostet Geld. Eure Gesundheit aber viel mehr.

Passt auf euch auf!

Raphael Schlegel/Sepp Bunk

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