RSL, Skyhook, M.A.R.D – was ist das eigentlich?

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Reduzierung von Verschleiss – kleine Ursache, große Wirkung

Derzeit laufen bei uns sehr viele Gurtzeugbestellungen. Unsere Kunden haben bereits gewisse Vorstellungen, speziell was Farbe und Design betrifft – Einhorn lässt grüßen 🙂

Und „sicher“ soll es sein, „ich hab da was von RSL und dem Skyhook gehört“. Ob sie denn wissen, was das ist und wie es funktioniert. „Ja, die RSL zieht die Reserve raus.“ „Und was macht dann das Skyhook?“ – „?“ – Wir versuchen hier eine allgemeinverständliche Erläuterung.

Was macht eine RSL (Reserve Static Line, automatische Reserveleine)? Eine RSL ist eine temporäre Verbindungsleine zwischen einem der Haupttragegurte und dem Reservekabel und soll bewirken, dass bei Abtrennen des Hauptfallschirms der Reservepin automatisch gezogen und dadurch der Container geöffnet wird. Dies ermöglicht eine schnellere Reserve-Aktivierung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Kommen wir zum Skyhook, was aber nur eines von mehreren auf dem Markt erhältlichen M.A.R.D.-Systemen ist.

Was ist M.A.R.D.? Main Assisted Reserve Deployment (eine durch den abgetrennten Hauptfallschirm unterstützte Reserveöffnung). Letztendlich handelt es sich um eine Art weitergehende RSL, bei der eine meist mit der RSL verbundene extra Leine ins Innere der Reserve geht und dort mit Hilfe einer speziellen Vorrichtung an der Reserve-Hilfsschirmleine befestigt ist. Wem jetzt der Kopf schwirrt, der Hauptschirm wird abgetrennt, die angehängte RSL öffnet den Reservecontainer, die angesprochene zweite Leine zieht an der Reservebridle den ReservePOD heraus.

Ein Riesenvorteil des M.A.R.D. ist natürlich die bis zu 3x schnellere Reserveaktivierung. Ein zweiter Vorteil ist, dadurch, dass alles verbunden ist, brauch ich nicht mehrere Suchtrupps für Freebag und Hauptschirm, oft, längst nicht immer, bleibt alles zusammen. Und wer sich nun fragt, was denn sei, wenn man mal nur die Reserve zieht, und ob da nicht alles dran hängen bleibt, der sei beruhigt, alle auf dem Markt erhältlichen M.A.R.D. sind so gestaltet, dass sie sich sofort lösen würden.Unabhängig davon wurden sie in Hunderten von Testsprüngen auf alle möglichen Szenarien getestet. Natürlich gibt es auch Nachteile, denn jedes System, was irgendwo dazu kommt, kann auch neue Probleme verursachen. Die M.A.R.D. brauchen einen festen Untergrund im Reservecontainer, um nicht verrutschen oder einsinken zu können. Also benötigt man oft eine zusätzliche Reserveklappe.

Bei manchen Systemen wird eine zusätzliche Installation nötig, die die Bridle so lange zurückhält, bis der Hilfsschirm frei ist (um Verwickelungen zu vermeiden). Riggingfehler sind recht leicht, deswegen sollten Rigger auch immer die aktuellen Handbücher zur Installation verwenden. Auch die angesprochene Zusatzleine kann Probleme verursachen, wenn das Trennen des Hauptschirms seitlich erfolgt und der Riser mit der angehängten Leine am Hals vorbei muss.

Ein Wingsuiter sagte mir, „entweder M.A.R.D. oder gar nichts, auf keinen Fall RSL“. – Aha, weil? – „Wenn ich mit meiner großen Suit eine drehende Störung habe, ist es extrem wahrscheinlich, dass ich auf den Rücken drehe, dadurch ist die Gefahr sehr hoch, dass bei einer RSL-Reserve-Aktivierung der Reservehilfsschirm irgendwo um den Körper gewickelt hängenbleibt. Habe ich gar nichts, kann ich mich erst mal stabilisieren, bevor ich die Reserve ziehe. Habe ich ein M.A.R.D., zieht mich dieses bei Abtrennen des Hauptschirms in die Senkrechte.“

Zu einem gewissen Teil musste ich ihm recht geben. Bis auf die Situation, wenn er auf der Seite dreht.

Was gibt es für M.A.R.D.-Systeme?

Skyhook

Das bekannteste, das „Skyhook“ von U.P.T., verwendet in deren Systemen und zusätzlich in Lizenz auch von Aerodyne, Sunpath und einigen anderen.

Trap

Mirage Systems verwendet das „Trap“, bei dem eine Schlinge die Bridle im Bedarfsfall einfängt und herauszieht.

BOOST, RAX & MOJO

Von Wings kommt das „Boost“ (oben), von SIFE das RAX (ohne Bild), von Rigging Innovations das „Mojo“ (unten), alle mit einem Pinsystem, wobei der Pin des Mojo noch ein bewegliches Element in der Mitte hat.

Wann brauche ich eine RSL, wann ein M.A.R.D.? Unterhaltet euch mit eurem Rigger, löchert die Verkäufer mit Fragen, entscheidet euch erst, wenn ihr euch absolut sicher seid und verstanden habt, worum es geht. Sollte das nicht der Fall sein, bohrt weiter, es ist euer System, eure Sicherheit.

M.A.R.D. oder MAke the Right Decision. In diesem Sinne einen schönen Saisonstart für euch alle.

Fotos und Text: Raphael Schlegel/Sepp Bunk

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