Mit hochklassigen Leistungen, internationaler Beteiligung und einem starken Signal für die Zukunft endete die siebte offene Deutsche Meisterschaft im Indoor Skydiving. Die Veranstaltung überzeugte durch sportliche Spitzenleistungen, organisatorische Qualität und eine klare Ausrichtung auf Weiterentwicklung und Inklusion.
Vom 12. bis 14. März war die Hurricane Factory Berlin Austragungsort spannender Wettkampfentscheidungen. In den vier Disziplinen Dynamic Flying, Indoor Solo Freestyle, Indoor Formation Skydiving und Indoor Para Skydiving in insgesamt 13 Wertungsklassen traten 260 Athletinnen und Athleten aus Deutschland und Europa gegeneinander an, um in den jeweiligen Disziplinen den Deutschen Meister oder Deutschen Sieger zu ermitteln.
Es gab auch hohen Besuch: Frau Jana Moschny vom Bundeskanzleramt (BKAmt) besuchte am letzten Wettkampftag die IDM, um einen Eindruck vom Indoor Skydiving zu gewinnen. Das BKAmt stellt dieses Jahr erstmalig für ausgewählte Disziplinen im Indoor und Outdoor Skydiving Fördergelder zur Verfügung. Zur Veranstaltung sagte Frau Moschny: “Beeindruckend. So was habe ich bisher noch nie gesehen.” Auf der 22. DOSB-Mitgliederversammlung im Dezember 2025 war der Deutsche Fallschirmsportverband als Mitglied in den Deutschen Olympischen Sportbund aufgenommen worden und gehört seit 2026 zur Gruppe der Nicht-Olympischen Verbände (NOV).
Positives Fazit des Sportdirektors: „Starke Generalprobe“
Auch der DFV-Sportdirektor zog ein positives Fazit: „Die Athletinnen und Athleten haben eine starke Performance gezeigt. Die Indoor DM 2026 war eine starke Generalprobe für die Europameisterschaften im April und stimmt positiv für den kommenden internationalen Wettkampf“, erklärte Ralph Schusser nach Abschluss des Wettkampfes. Die Europameisterschaften wurden in zwei Teilevents an zwei Orten aufgeteilt vom 01. bis 05. April in Marseille, Frankreich für Dynamic Flying (DY) und Indoor Solo Freestyle (ISF) sowie vom 09. bis 11. April für Indoor Formation Skydiving (IFS) und IPS in Lille, Frankreich ausgetragen.
Die Disziplin Indoor Para Skydiving hatte dabei ihre Wettkampf-Premiere bei den Europameisterschaften in Lille – eine zukunftsweisende Entwicklung.
Die Titelkämpfe in Berlin dienten nicht nur der Generalprobe für die Europameisterschaften, die IDM 2026 war zudem einer der Kriteriumswettkämpfe für die Aufnahme in den Bundeskader für den nächsten Winterzyklus, in dem die Weltmeisterschaften 2027 erstmalig in Deutschland in der Jochen-Schweizer Arena ausgetragen werden.
Alle Disziplinen und Ergebnisse im Detail
Indoor Formation Skydiving (FS) 4-way
In der Disziplin Indoor Formation Skydiving 4-way wurden Titel in den Klassen Triple AAA (offen), Double AA (Fortgeschritten) und Single A (Einsteiger) vergeben. Die Wettkämpfe waren geprägt von hoher Präzision und spannenden Punktabständen. Im IFS wurde zusätzlich zum ersten Mal ein Live-Judging mit dem DynamR Schiedssystem, also eine sofortige Bewertung der Runden getestet, um an einem zukunftsfähigen Wettbewerbsformat zu arbeiten.
In der Triple AAA Klasse setzte sich Airbus 4way Illertissen (Thomas Mack/Gerstungen, Tim Mack/Gerstungen, Claire Rebhahn/Düsseldorf, Felix Pfeiffer/München) mit 243 Punkten durch und sicherte sich den Titel vor Meltemi Oceanside Illertissen (Linda Köb/München, Nadeja Sievers/Rehlingen-Siersburg, Franziska Wiesler/Elfershausen, Petra Jastram/Bremen) mit 214 Punkten und Paratus mit 203 Punkten. Meltemi Oceanside Illertissen hat Deutschland in der Frauenwertung IFS 4way female auf den Europameisterschaften in Lille vertreten. Auch in den weiteren Klassen überzeugten sowohl etablierte Teams als auch Neuzusammensetzungen mit konstant starken Leistungen und großem Entwicklungspotenzial.
In der Double AA Klasse sicherte sich das Team Espresso Remscheid mit 170 Punkten den Meister-Titel vor dem Team Tinder mit 152 Punkten und dem Team Wolke mit 147 Punkten.
Deutscher Sieger in der Single A Klasse wurde das Team Four Elements mit 164 Punkten. Den zweiten Platz sicherte sich das inklusive Team 7 Hände 7 Füße, das 110 Punkte erzielte und auch hier ein Zeichen für gelebte Inklusion gesetzt hat. Der Name des Teams ist hierbei wörtlich zu nehmen: zwei der Teammitglieder (Jörg Schmidtke/Norderstedt und Andrea Schendel/Mannheim) traten ebenfalls im Para Indoor Skydiving an. Platz drei erreichte das Team G-Force mit 109 Punkten.
Es wurden fünf neue deutsche Rekorde im IFS 4-way aufgestellt:
- IFS 4-way Longest Sequence Fortgeschritten (AA) Espresso Remscheid 25 formations
- IFS 4-way Longest Sequence Fortgeschritten (AA) MoSkyto 25 formations
- IFS 4-way Longest Sequence Einsteiger (A) Four Elements 22 formations
- IFS 4-way highest average for ten rounds Fortgeschritten (AA) Espresso Remscheid 17,0 points
- IFS 4-way highest average for ten rounds Einsteiger (A) Four Elements 16,4 points
Indoor Formation Skydiving (IFS) 8-way
Die Hurricane Factory Berlin bietet als einziger Windtunnel in Deutschland die Möglichkeit, auch die Disziplin IFS 8-way auszutragen. Auch hier gab es spannende Duelle um den Titel des Deutschen Meisters. Das Team Operation Adler (Jörn Thiele/Bruchsal, Thomas Spielvogel/Putzbrunn, Felix Pfeiffer/München, Olaf Biedermann/München, Steffen Schiedek/Seelze, Göran Meyer/Marbach, Max Thiele/Berlin, Alexander Prendinger/Hohenpeißenberg) mit 197 Punkten entschied den Wettkampf für sich und ließ dabei das Team Crazy Weasel mit 171 Punkten und das Team Hurricane 8way mit 155 Punkten auf Platz zwei und drei hinter sich. Doch das war noch nicht alles: Operation Adler stellte erneut einen deutschen Rekord auf. Mit 25 geflogenen Formationen in der Arbeitszeit von 50 Sekunden schlug das Team den (von sich zuvor aufgestellten) Rekord von 24 Formationen.
Indoor Vertical Formation Skydiving (IVFS)
Auch im Indoor Vertical Formation Skydiving boten die Wettbewerbe hochklassigen Sport auf engem Leistungsniveau. In der 4-way-Wertung sicherte sich Coolschranxx Mospitto mit 143 Punkten den Sieg vor W!NX for FlyStationary mit 109 Punkten.
Dynamic Flying – 2-way
Die Disziplin Dynamic Flying 2-way zählte erneut zu den sportlichen Highlights der Veranstaltung. Mit hoher Geschwindigkeit lieferten sich die Teams intensive Duelle um die Spitzenplätze.
Den Sieg in der Wertungsklasse D2W open sicherte sich Windobona Berlin Flytopia (Timmy Dittrich und Christian Kaufmann) mit einer Zeit von 65,188 Sekunden vor den Flystation Munich Lions (Roland Carl und Diana Parmanina) mit einer Zeit von 68,904 und den Bottrop Chocolate Lovers mit 79,886 Sekunden.
In der Nachwuchsklasse D2W intermediate setzte W!NX of Flystation mit 202,028 Sekunden ein Ausrufezeichen vor Flystation Impact mit 224,51 Sekunden und dem Team Fusion in der internationalen Wertung sowie Team Flip&Fly, die sich in der deutschen Wertung den dritten Platz mit 247,499 Sekunden sicherten.
Das Team W!NX of Flystation stellte dabei ebenfalls einen neuen deutschen Rekord auf:
DY 2-way fastest time in any speed intermediate W!INX of FlyStation 100,682 seconds.
Dynamic Solo Speed
In der Einzelwertung Dynamic Solo Speed dominierte Timmy Dittrich die Konkurrenz mit einer Zeit von 56,526 und setzte sich vor Roland Carl mit einer Zeit von 64,731 durch. Aufgrund des Turniermodus erreichte Diana Parmanina mit einer Zeit von 64,001 den dritten Platz.
Die engen Zeit- und Punktabstände unterstrichen das hohe Leistungsniveau und sorgten für zusätzliche Spannung bis zum letzten Durchgang.
Aufgrund der zu geringen Teilnehmerzahl gab es keine eigene Jugendwertung im Dynamic Solo Speed Junior. Philipp Ducke (München) hat sich dennoch sehr stark in der offenen Wertung behauptet und lässt nach einem großartigen achten Platz auf einen starken Nachwuchs im Dynamic Flying hoffen.
Dynamic 4way
Im Dynamic 4way sicherte sich unangefochten das DFV-Kaderteam D4W Germany den Sieg mit einer Zeit von 145,085 über zwei Runden im Finale vor den Bone Breakers mit 193,554 Sekunden und dem Team Sunset Boogie Vibes, die mit 180,863 Sekunden den Kampf um den dritten Platz für sich entschieden.
Indoor Solo Freestyle – Erwachsene
Im Indoor Solo Freestyle präsentierten die Athleten kreative Choreografien, saubere Technik und ausdrucksstarke Darbietungen. Der Titel ging an Julia Schweizer, amtierende Weltmeisterin, die dieses Jahr als Juniorin in der offenen Klasse angetreten ist. Mit 71,5 Punkten sicherte sie sich mit einer außergewöhnlich guten Leistung den Sieg vor Roland Carl (65,3) und Timmy Dittrich (64,4) und setzte auch hier ein Zeichen für einen starken Nachwuchs. In der internationalen Wertung sicherte sich Daphny Morali (Israel) mit 70,9 Punkten einen starken Platz zwei.
Indoor Solo Freestyle – Junior*innen
Auch im Junior*innenbereich des Indoor Solo Freestyle zeigten die Nachwuchsathleten beeindruckende Leistungen. In der deutschen Wertung setzte sich Maya Goldwasser (Plankstadt) mit 66,1 Punkten vor Marie Dzulko (München) mit 65,7 Punkten durch. In der internationalen Wertung erreichte die Polin Laura Tlatlik den ersten Platz (66,9).
Die Disziplin ISF Junior war auch aufgrund der Intermediate Wertung dieses Jahr stark vertreten. Hier erreichte Kilian Helbig (Potsdam) den ersten Platz mit 53,1 Punkten, Catrina Köppel (Berlin) den zweiten Platz (51,7) und Paula Heukäfer (Berlin) den dritten Platz (48,6).
Die Auftritte machten deutlich, dass bereits in jungen Jahren ein hohes technisches Niveau und großes kreatives Potenzial vorhanden ist – ein starkes Signal für die Zukunft der Disziplin.
Indoor Para Skydiving
Ein starkes Statement für gelebte Integration setzte erneut das Indoor Para Skydiving bzw. die vierte Etappe der europaweit durchgeführten WorldCup Series.
Den Titel sicherte sich Niko Johann (Leipzig) mit einer Zeit von 8,83 Sekunden, vor Andrea Schendel mit 13,8 Sekunden und Jörg Schmidtke mit 16,01 Sekunden. Johann setzte sich dazu das erste Mal in der internationalen Wertung durch und konnte die vierte Etappe der Worldcup Series für sich entscheiden. Die Disziplin unterstrich eindrucksvoll, wie leistungsorientierter Sport und Integration erfolgreich miteinander verbunden werden können.
Die Deutschen Meisterschaften im Indoor Skydiving 2026 überzeugten durch die Zusammenführung aller Alters- und Leistungsklassen, internationale Beteiligung sowie eine inspirierende Atmosphäre, die sportliche Höchstleistungen förderte. Sie setzte damit ein starkes Zeichen für die Weiterentwicklung der Sportart, vor allem in den Bereichen der Integration und der Junioren. Auf den kommenden Weltmeisterschaften 2027 in Deutschland lassen die in Berlin erbrachten Leistungen eine starke Repräsentation von Deutschland auf internationaler Bühne erwarten!
Nadeja Sievers