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Früher war alles besser! Diesen Spruch kennt jeder. Gemeint ist häufig ein Aspekt von vielen, der obendrein höchst subjektiv beurteilt und nicht selten in der Retrospektive verklärt wird. Nun, ich möchte heute das Augenmerk auf den gesellschaftlichen und sozialen Umgang in unserem Sport richten, der einen positiven Wandel erfahren hat.

Früher, bezogen auf unseren Sport, das ist für mich die Zeit der Staticlines und Rundkappen, der gemütlichen Lagerfeuer und ja, leider auch der blöden Sprüche und Bemerkungen, denen man sich als junge Fallschirmsportlerin in diesem von Männern dominierten Sport ausgesetzt sah und die mindestens genauso zwickten wie die nie passen wollenden Schülergurtzeuge – nur anderswo. Wer sich da kein dickes Fell zulegte, war unweigerlich Letzte.

Heute, gut 40 Jahre später, hat sich das spürbar geändert. Mehr als andere Sportarten hat sich der Fallschirmsport entwickelt, nicht nur auf technischer, sondern erfreulicherweise auch auf gesellschaftlich-sozialer Ebene. Der Umgang ist längst nicht mehr so rau, sondern eher kameradschaftlich kollegial und sichert so den Spaß am Sport für alle Beteiligten.

Dennoch ist dieser durchaus positive Wandel noch nicht vollständig bis in die letzten Kapillare durchgedrungen, wie ich hier und da stichprobenartig erfahren habe. Und damit meine ich nicht nur verbale sexuelle Übergriffe gegenüber Frauen, sondern jede Art von Reduzierung einer Person auf Geschlecht, Herkunft, Religion, sexuelle Orientierung, Hautfarbe, Aussehen oder Behinderung. Studien in Vereinen anderer Sportarten zeigten hier noch immer bedenkliche Ergebnisse.

Um mir/uns einen möglichst wirklichkeitsnahen Überblick zu verschaffen, wie es jetzt tatsächlich mit diesen Vorkommnissen in unserem Sport aussieht, plane ich eine anonyme Online-Befragung und bitte alle FallschirmspringerInnen Deutschlands um rege Beteiligung. Sehr wahrscheinlich wird der Link zum fertigen Fragebogen bereits in der nächsten FFX-Ausgabe und ebenso auf der Internetseite des DFV erscheinen, so dass wir hoffentlich im Spätherbst die Auswertung präsentieren können.

Für Anfragen, Beschwerden, Anregungen, Diskussionen diesbezüglich könnt ihr euch jederzeit an mich wenden unter:  ….

Ich bin zu absoluter Verschwiegenheit verpflichtet, von der ich erst (ausschließlich schriftlich) entbunden werden muss, wenn eine Intervention erwünscht ist.

Gerda Klostermann-Mace

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