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Vom 5. bis zum 7. März 2020 fand bei Warschau eine ganz besondere Veranstaltung statt. 330 Teilnehmer aus zig verschiedenen Ländern versammelten sich zum „European Skydiving Symposium“.

Das „ESS“ erwies sich als eine gelungene Alternative (oder Ergänzung) zum PIA-Symposium, das alle zwei Jahre in den USA stattfindet; insbesondere für die europäischen Skydiver, denen der Weg über den Atlantik dafür gerne mal ein wenig zu weit ist.

Das Fach-Symposium ist eigentlich schon das Dritte seiner Art, allerdings das erste in diesem internationalen Umfang. 2018 begann es mit einem Tandem-Safety-Meeting, zu dem die polnischen Gastgeber Tom Noonan von UPT einluden. Das circa acht-stündige Seminar wurde damals an alle Sprungplätze Polens online übertragen. 2019 wuchs die Veranstaltung dann schon von 80 auf etwa 120 Teilnehmer an. Dann beschloss man, das Ganze etwas größer aufzuziehen, und machte sich an die Arbeit. Und das Ergebnis dieser Arbeit konnte sich sehen lassen.

Der erste Tag begann mit Bill Booths Vortrag „50 Years of History of Skydiving“. Als Eröffnungsredner angekündigt, war es Bill in der Anfangsphase der Corona-Situation leider nicht möglich, persönlich anzureisen. Dennoch lieferte er in seiner unvergleichlichen Weise eine glänzende Performance per online-streaming aus DeLand ab, unterlegt mit seiner Präsentation, auf Großleinwand, live und in Farbe. Der eine oder andere Zuschauer am anderen Ende des Konferenzsaals hat vermutlich gar nicht bemerkt, dass Bill gar nicht selbst da war.

Nach der ersten Kaffee-Pause konnte sich das Publikum jeweils zwischen zwei Vortragsarten entscheiden. Im „großen Saal“ wurden allgemeine Fallschirmsport-Themen angeboten und, parallel dazu, in einem etwas kleineren Konferenzsaal für ca. 80-90 Personen, Themen für Instruktoren, Tandempiloten und Rigger.

Es gab an den 3 Tagen insgesamt rund 40 Vorträge und Workshops von nationalen und internationalen Referenten. Für jeden Geschmack war was dabei. Sämtliche Präsentationen wurden in englischer oder polnischer Sprache vorgetragen und von einem kleinen Team hochprofessioneller Übersetzer simultan in die jeweils andere Sprache in die bereitgestellten Headsets der Zuhörer übertragen.

Doch das war nicht das einzige High-Tech-Kunststück, das die Veranstalter auf Lager hatten. Das gesamte Symposium war „papierlos“ organisiert. Registration und Vorab-Infos liefen reibungslos über die Webseite skydivingsymposium.eu. Außerdem gab es eine hochfunktionale, eigens entwickelte „European Skydiving Symposium“-Veranstaltungs-App, auf der man sich über sämtliche Präsentationen und Präsentatoren informieren konnte, seine Favoriten (inklusive Erinnerungsservice) vormerken und im Anschluss auch direkt über die Feedback-Funktion bewerten konnte. Wer sich genauer darüber informieren möchte, was er verpasst hat, dem sei ein Blick auf die Webseite oder in die App auch nachträglich noch empfohlen.

In den Pausen gab es Getränke und Snacks in der „Marketplace Area“, die von den zahlreichen Ständen der Aussteller und Sponsoren umrandet war. Dazu gehörten Airtec, Performance Designs, GoPro, Dekunu, Flyspot, Deem Flywear, Icarus World, Vigil, SWS, Skylark, Wingstore, Paratec und viele andere, die angeregt mit alten und neuen Kunden ins Gespräch kamen. Airtec begeisterte vor allem den Springer-Nachwuchs mit ihrer täglichen Cutter-Vorführung.

Die moderate Teilnahmegebühr beinhaltete neben einer „Goody Bag“ und den Pausen-Snacks sogar auch noch ein üppiges Mittags-Büffet, so dass eigentlich keine organisatorischen Wünsche offen blieben.

Der dritte und letzte Tag stand gänzlich unter dem Motto „Safety Day“. Alle Vorträge widmeten sich diesem Themengebiet. Es gab offene Foren und Podiumsdiskussionen, die regen Anklang fanden. Auch hier zeigten sich die Simultan-Übersetzer selbst nach drei anstrengenden Tagen noch mal als absolute Vollprofis. Wer sich von den internationalen Gästen vielleicht anfangs noch fragte, ob man denn wirklich bei einer Diskussion auf Polnisch mitmischen könne, war spätestens jetzt überzeugt und erstaunt, wie gut das geklappt hat.

Letztendlich waren selbst die Organisatoren, allen voran Arkadiusz „Maya“ Majewski (LOT G7) und Marta Molinska (Sky Camp) überrascht, wie reibungslos und erfolgreich dieses erste „große“ Symposium ablief. Großes Glück hatte man dabei allerdings auch mit dem Timing, da das Chaos der diversen Reisebeschränkungen erst zwei Wochen nach dem Event ausbrach.

Aufgrund des diesjährigen Erfolges beschlossen die Organisatoren, das „ESS“ nun künftig alle 2 Jahre stattfinden zu lassen; jeweils im Wechsel zum PIA-Symposium. So müssen sich Springer, die an beiden Veranstaltungen teilnehmen wollen, nicht zwischen den beiden entscheiden. Und nachdem die PIA erst im nächsten Jahr wieder dran ist, konnte man sich 2020 schon mal einen Eindruck von der europäischen Version verschaffen und sehen, ob das die Reise wert ist.

Fazit: ein Event, das man sich ruhig vormerken sollte, das bereits kurzfristig enorm wachsen dürfte und das das Potential hat, sich zu einer festen Größe im Fallschirm-Business zu entwickeln.

Marta Molinska und Frank Carreras

Fotos: Kuba Konwent

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