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Der Deutsche Fallschirmsport Verband e.V. steht für eine humanistische Werteethik. Die universellen Menschenrechte werden geachtet und es gelten die Vorgaben durch den Ethikkodex des Deutschen Olympischen Sportbundes. Der DFV e.V. erkennt uneingeschränkt die Würde und Freiheit aller Menschen an. Als oberster Grundsatz gilt, dass jede Person ein Selbstzweck ist und kein Mensch instrumentalisierbar und als Mittel für etwas zu missbrauchen ist.

Sport dient dem Wachstum und der freien Entfaltung des Individuums. In seinem Werdegang und Wachstum lernt der Mensch seine eigenen Grenzen kennen. Diese Selbsterfahrung dient dazu, Respekt für das eigene Vermögen zu entwickeln und die eigene Individualität zu entfalten. Diese Erfahrung dient gleichermaßen dazu, die eigenen Grenzen im Umgang mit anderen Menschen zu erkennen, die das gleiche Recht auf ihre individuelle Entfaltung haben. Die menschliche Natur zeichnet sich dadurch aus, dass sie Leid und Schmerzen empfinden kann und einen Selbstbezug hat. Die Mitglieder im DFV e.V. machen es sich zum Ziel, durch ihr Verhalten möglichst keiner anderen Person Leid und Schmerzen zuzufügen und allen Menschen das Recht auf freie Selbsterfahrung und Selbstentfaltung zuzugestehen. Respekt und Toleranz zeichnen den idealen Umgang miteinander aus.

Menschliches Wachstum beruht meist auf Fehlern, aus denen Menschen lernen können. Dieser Lernprozess ist wichtig. Der DFV e.V. unterstützt eine humangerechte Fehlerkultur, die anerkennt, dass wir als Menschen alle Fehler machen (just culture) und dass Vergebung ein notwendiger Schritt für das gemeinschaftliche Zusammenleben ist. Gleichzeitig werden deutliche Grenzen artikuliert, die nicht überschritten werden dürfen, was andernfalls unweigerlich zum Ausschluss aus dem DFV e.V. führen würde. Darunter fallen beispielsweise der bewusste und geplante Betrug mittels Sportdopings oder die Veruntreuung von Geldern des DFV e.V. und Ähnliches. Der DFV e.V. behält es sich ebenso vor, Mitglieder auszuschließen, die den Fallschirmsport und die Plattformen des DFV e.V. missbrauchen, um Rassismus oder menschenverachtende Gewalttaten zu propagieren.

Insgesamt wird ein offener Umgang mit Fehlern unterstützt, wobei es ebenso wichtig ist, das Recht auf Vergessen zu achten, da ansonsten kein individuelles Wachstum möglich ist. Grundsätzlich sind Datenschutz und der Schutz der Privatsphäre für eine freie Entfaltung und für die Achtung der Würde der Menschen elementar. Der sensible Umgang mit persönlichen Daten von Mitgliedern des DFV e.V. wird vom Verband garantiert. Ein vertrauensvoller zwischenmenschlicher Umgang kann mitunter ebenso nur entstehen, wenn von Verschwiegenheit an den entsprechenden Stellen ausgegangen werden kann. Die jeweiligen Stelleninhaberinnen und Stelleninhaber sind verantwortlich für eine achtsame Handhabung der Kommunikation.

Transparenz in der Verbandsarbeit wird hierdurch nicht geschmälert. Es findet ein bewusster und kontextsensibler Umgang mit personenbezogenen Daten statt. Dies dient zum Schutz der Menschen. Personen, die eine Funktion in der Verbandsarbeit übernehmen, bekennen sich jedoch freiwillig und aus eigenem Interesse zur Offenheit und dazu, dass ihre eigenen Handlungen und Entscheidungen, die den Verband betreffen, für alle Mitglieder nachvollziehbar sind. Die Verbandsarbeit darf nicht dazu missbraucht werden, um rein persönliche Interessen zu vertreten, sondern soll dazu dienen, die Interessen aller Mitglieder und aller Sportlerinnen und Sportler nach bestem Wissen und Gewissen zu vertreten. Des Weiteren müssen Maßnahmen, die von der Verbandsführung beschlossen werden, einer demokratischen Kontrolle unterliegen. Aufrichtigkeit – im Handeln und in der Kommunikation – ist dabei das maßgebliche Prinzip für alle Verbandsmitglieder, denn ohne Ehrlichkeit bleibt die Forderung nach Transparenz sinnlos.

Im DFV e.V. ist Sicherheit im Sport ein zentrales Anliegen. Jedoch sollen Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit nicht zu überhöhten Lasten für die Freiheit und zu Ungunsten von freien Entfaltungsmöglichkeiten in der Ausübung des Sportes führen. Alle Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit sollen sich an den Gütekriterien Verhältnismäßigkeit und Erforderlichkeit orientieren. Ein ausgewogenes und angemessenes Verhältnis von Freiheit und Sicherheit ist für alle das Ziel, an dem kontinuierlich gearbeitet wird. Sicherheit im Fallschirmsport beruht auch darauf, dass im Ernstfall Hilfe in Anspruch genommen werden kann. Der DFV e.V. steht für großen Respekt, ehrliche Anerkennung und Dankbarkeit für die Arbeit von Polizei, Rettungsdiensten, Feuerwehr, Flugsicherung, Bergwacht und dergleichen.

Der DFV e.V. sieht seine Rolle innerhalb der Gesellschaft und unterstützt daher Maßnahmen und Projekte zum Zweck der gesellschaftlichen Integration des Sportes. Hierzu zählt auch, dass der DFV e.V. sich aktiv um Nachhaltigkeit bemüht und sich freiwillig für den Umweltschutz engagiert. Der Fallschirmsport ist ohne das Element Luft nicht denkbar. Die Arbeit des DFV e.V. tritt dafür ein, sinnvolle Projekte zur Luftreinhaltung zu unterstützen, wobei lokale Projekte im Fokus stehen, die zugleich die örtliche Einbindung des Sportes fördern.

Der Fallschirmsport soll einerseits dem Individuum dazu verhelfen, seine freien Entfaltungsmöglichkeiten und seine Autonomie innerhalb einer positiven und humangerechten Leistungskultur zu entwickeln. Andererseits ist es das Ziel des DFV e.V., durch den Fallschirmsport die Solidarität der Menschen zu fördern und das Ideal einer weltbürgerlichen Gemeinschaft durch den Sport zu leben. Gegenseitige Rücksichtnahme und das eigene Verantwortungsbewusstsein prägen dabei unser Handeln.

Die Grundwerte des DFV e.V.

1. Achtsamkeit, Respekt und Wertschätzung

Die Mitglieder des DFV e.V. streben nach Achtsamkeit, Respekt und Wertschätzung allem Leben, allen Lebewesen und der Natur gegenüber. Gegenseitiger Respekt und die Achtung der Würde des Menschen prägen das zwischenmenschliche Miteinander im Fallschirmsport.

2. Gerechtigkeit, Gleichheit und Fairness

Gleichheit bedeutet nicht erzwungene Gleichmacherei. Unterschiede im Menschen sind wertvoll. Trotz individueller Unterschiede haben alle Menschen den gleichen Wert und die Mitglieder des DFV e.V. achten die Würde aller Menschen gleichermaßen. Der DFV e.V. möchte allen Menschen, die den Sport ausüben wollen, möglichst gerechte Chancen und den Zugang zum Fallschirmsport ermöglichen, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe, Status, Alter, sexueller Orientierung, Beruf oder Religionszugehörigkeit. Wettkämpfe werden immer unter fairen und gleichen Bedingungen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgetragen. Der DFV e.V. respektiert und fördert alle Disziplinen gleichermaßen, unabhängig davon, ob es sich einerseits um Breiten- oder Spitzensport oder andererseits um Outdoor- und Indoor-Wettkampfdisziplinen handelt. Kaderrichtlinien, einschließlich der Kriterien für die Bildung der Nationalmannschaft und der bezuschussten Teilnahme an First Category Events, sind transparent und zwischen den einzelnen Disziplinen vergleichbar. Vorsätzlich begangener Sportbetrug wird strikt geahndet, zur Anzeige gebracht und führt zum Ausschluss aus dem DFV e.V.

3. Freiheit, Sicherheit und Gewaltlosigkeit

Die freie Ausübung des Sportes ist nur möglich, wenn Vertrauen in die höchstmögliche Sicherheit besteht. Alle Mitglieder verpflichten sich zu sorgfältigem Umgang mit ihrer Ausrüstung. Es dürfen keine Zweifel an der Tauglichkeit der Fluggeräte bestehen. Eine Gefährdung von unbeteiligten Personen durch leichtfertige Risiken muss unter allen Umständen verhindert werden. Alle Mitglieder des DFV e.V. verpflichten sich zur gegenseitigen Rücksichtnahme und übernehmen Verantwortung für ihr Handeln. Das eigene Können sollte zum Wohle aller nie leichtfertig überschätzt werden. Tandempilotinnen und -piloten, Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Trainerinnen und Trainer müssen sich ihrer besonderen Verantwortung bewusst sein.

Die Ausübung des Sportes findet unter dem Grundsatz der Gewaltlosigkeit statt, dies bezieht sich nicht nur auf die körperliche, sondern auch auf eine möglicherweise verbale Gewaltausübung. Beleidigungen, Bedrohungen und eine un­ver­hältnismäßige psychologische Manipulation des Gegenübers, die diesem Schaden zufügen könnte, sind im Umgang miteinander sowie im Sport im Allgemeinen – und innerhalb eines fairen, sportlichen Wettkampfes im Besonderen – unpassende Handlungen.

Der DFV e.V. beherzigt den Ursprung des Fallschirmsportes aus dem militärischen Bereich und tritt deshalb für eine globale Friedenssicherung und Völkerverständigung ein, die durch den Sport vorangetrieben werden kann.

4. Aufrichtigkeit

Alle Mitglieder des DFV e.V. sollen nach Aufrichtigkeit um ihrer selbst willen streben, denn Aufrichtigkeit bedeutet, weder sich selbst noch andere zu belügen. Das Ideal von einer humanen Fehlerkultur, bei der Nachsicht und Vergebung genauso wesentlich sind wie eine angemessene Selbstkritik, soll dazu beitragen, dass Aufrichtigkeit sich nicht in Scheinheiligkeit verwandelt. Der Blick wird zuerst auf die eigene Verantwortung gerichtet. Alle sollten ehrlich mit sich selbst ins Gericht gehen, bevor der Fehler beim Gegenüber gesucht wird.

5. Toleranz

Meinungsunterschiede sind Teil einer funktionierenden Demokratie – im sportlichen Leben wie in der Verbandsarbeit. Unterschiedliche Meinungen halten eine Diskussionskultur am Leben. Die eigene Meinung muss nicht um jeden Preis durchgesetzt werden. Im verbalen Austausch mit anderen zählt letztlich das bessere Argument, dabei soll und muss niemand bekehrt werden, der nicht bekehrt werden will. Der DFV e.V. steht für Toleranz und Rücksichtnahme im Sport. Die Toleranz endet jedoch dort, wo Menschen bewusst und mutwillig Schaden zugefügt oder jemandem ein untragbares Risiko aufgebürdet wird.

6. Empathiefähigkeit

Der DFV e.V. nimmt die vorhandenen Sorgen und Ängste seiner Mitglieder, insbesondere seiner Schüler, ernst. Gleichzeitig wird akzeptiert, dass trotz aller Bemühungen um Unfallprävention und zur Erhöhung der Sicherheit immer ein bestimmtes Maß an kritischen Ereignissen und Vorkommnissen – hervorgerufen durch die personalisierte, individuelle Fehlerkultur – bestehen bleiben wird.

Der DFV e.V. respektiert das Vorhandensein von Ängsten, Sorgen und Nöten sowie von kritischen Ereignissen und Vorkommnissen im Sport, ohne diese zu bagatellisieren bzw. zu verstärken. Der DFV e.V. unterstützt alle seine Mitglieder auch langfristig, ggf. unter Einbeziehung von externer Hilfe, bei der Bewältigung dieser Herausforderungen, um die Betroffenen im Sport zu begleiten und langfristig im Sport zu halten.

Susanne Kuhnert, Referentin Good Governance DFV e.V.

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