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Von allen Körperhaltungen und -orientierungen ist das gute alte Sit-Fly, oder auch Head-Up genannt, diejenige, die die größten Unterschiede zwischen Indoor und Outdoor aufweist. Wenn du schon einmal Head-Up im Windtunnel trainiert hast, wird dir dein Coach sicherlich von Anfang an beigebracht haben, deinen Rücken zu nutzen und weniger deine Arme. Im Freefly dreht sich alles um das Verständnis, jede einzelne Fläche deines Körpers und jeden einzelnen Teil davon so zu nutzen, dass du nicht nur Auftrieb und damit einen stabilen freien Fall erzeugst, sondern auch Bewegungen in alle Richtungen und um alle Achsen ausführen kannst. Dein Rücken ist die größte einzelne Fläche an deinem Körper, die du zum Fliegen nutzen kannst. Sobald du verstanden hast, wie du ihn effektiv nutzen kannst, wird das Head-Up-Fliegen einfacher und bildet darüber hinaus die Grundlage für viele weitere im Freefly wichtige Fähigkeiten.

Head-Up ist cool!

Noch vor einer Handvoll Jahren wurden Head-Up-Fähigkeiten als notwendiges Übel auf dem Weg zum Head-Down-Fliegen betrachtet. Oft reichten nur minimale Kenntnisse und Fähigkeiten auf dem Bauch, Rücken und insbesondere im Head-Up-Fliegen aus beziehungsweise wurden toleriert, um auf dem Kopf und damit „richtig“ zu fliegen. Dank der makroskopischen Trainingsumgebung im modernen Windtunnel stiegen die Akzeptanz und das Verständnis der Flieger, dass der Weg zu einem besseren Flieger fundierte Kenntnisse in allen Fluglagen und -orientierungen nicht nur voraussetzt, sondern dass sie den Weg auch einfacher gestalten. Durch die Programmierung unseres Muskelgedächtnisses durch das ständige Wiederholen steigt unser Verständnis vom Fliegen und steigen unser Selbstvertrauen und unsere Selbstwahrnehmung. Das macht es uns leichter, neue Techniken und Fähigkeiten zu erlernen. Ist man beim Lernen der einfacheren Dinge fleißig und gründlich, so wird man die schwierigeren Dinge schneller lernen.

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Ein paar kreative Leute haben außerdem außergewöhnliche Dinge im Head-Up Flying vollbracht und damit gezeigt, dass Head-Up nicht nur herausfordernd, sondern auch sehr lohnend und vor allem spaßig sein kann. Mit den geplanten Großformationsrekorden sowie immer komplexer werdenden Winkel-Flügen ist Head-Up spannender und gefragter als jemals zuvor.

Und was ist mit meinem Fallschirm?!

Und hierin liegt der Unterschied zwischen Indoor und Outdoor Head-Up. Dein Gurtzeug ist meistens aus einem weniger aerodynamischen Material gefertigt und ist an sich auch nicht sehr aerodynamisch, wenn es um Head-Up geht. Darüber hinaus entsteht bei vielen Springern im Head-Up eine Lücke zwischen Gurtzeug und Rücken, die je nach Passform und -genauigkeit mal mehr, mal weniger groß ausfällt. Als Ergebnis davon können wir unseren Rücken nicht wie im Windtunnel gelernt nutzen und müssen, um die Balance wiederherzustellen andere Flächen unseres Körpers nutzen – die Arme und die Beine. Ein guter Coach wird demonstrieren, wie all deine Körperteile in der jeweiligen Umgebung zusammenarbeiten und dir die Unterschiede zwischen Indoor und Outdoor Head-Up aufzeigen. Hast du zum Beispiel einmal verstanden, wie du deinen Rücken im Windtunnel für verschiedene Bewegungen nutzen kannst, ist es die einfachste Sache der Welt. Versuchst du nun das Gleiche mit einem Gurtzeug auf dem Rücken im Himmel, wirst du wahrscheinlich spüren, wie dich dein Gurtzeug wie ein Anker an Ort und Stelle festnageln möchte. Hier musst du die Art und Weise, wie du fliegst, anpassen und dein Coach hilft dir dabei.

Technik

Head-Up ist weiterhin ein gutes Beispiel dafür, wie Techniken sich zwischen Indoor und Outdoor unterscheiden. Der Windtunnel ist ein geschlossenes System in dem wir den korrekten Lift erzeugen und exakte Bewegungen ausführen müssen, um auf einem Punkt zu fliegen. Der Himmel gibt uns keine solchen Grenzen auf, weshalb wir weniger sorgfältig auf unsere Körperhaltung achten.

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Im Himmel fühlt sich alles viel leichter und lockerer an und die daraus resultierende höhere Geschwindigkeit macht es uns einfacher zu fliegen. Das ist natürlich großartig, wenn wir die Dinge, die wir im Windtunnel gelernt haben, in der Luft umsetzen wollen. Jedoch ist die Gefahr groß, die nötige Sorgfalt und Präzision, die wir im Windtunnel gelernt haben, beizubehalten. Schnell gewöhnt man sich eine lasche Art an, die es dann wieder schwieriger macht, sobald man zurück im Tunnel ist. Um das zu verhindern, ist es sinnvoll, seine Körperhaltung von Sprung zu Sprung durchzugehen und je nach Vorhaben anzupassen. Wenn du deine Körperhaltung Stück für Stück in Gedanken durchgehst, dann denke daran, in einer aufrechten und stolzen Position zu fliegen und wie jede deiner Körperflächen und Bewegungen den Wind und im Endeffekt dich als Flieger beeinflusst. Nach dem Sprung solltest du nicht nur analysieren, was du gemacht hast, sondern auch wie du es gemacht hast. Wenn von deinem Sprung ein Video existiert, dann gehe es Bild für Bild durch und versuche zu verstehen, was mit dir und deinem Körper passiert ist und wie du Bewegungen eingeleitet und kontrolliert hast.

Joel Strickland

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