Anzeige

HDI-BerufunfähigkeitsVersicherung

Im 45. Jahr seines Bestehens (der Verein wurde 504 Jahre nach der ersten zeichnerischen Darstellung eines Fallschirms gegründet) lässt der FSC Schweighofen eine gute alte Tradition wieder aufleben, nämlich den 6er Speed aus zwei Flugzeugen.

Ein Event mit fast 30 Jahren Tradition

Der Wettbewerb entsprang einer weinseligen Diskussion in der Flugplatzkneipe Cockpit und beruht auf der simplen Idee, 6er Formationen aus zwei Flugzeugen zusammen zu fliegen mit Folgeformationen. Natürlich hätte man die 6er bequem aus einer der beiden Cessna 206 Turbinen des Vereins fliegen können – aber das wäre ja langweilig, richtig?

Der Wettbewerb wurde erstmals im Jahr 1990 in Schweighofen ausgetragen. Die Sprünge wurden vom Boden aus mit Ferngläsern gewertet, schon damals von den Serien-Schiedsrichtern der 6er Speed-Wettbewerbe Marion und Hans Broscheit aus Hamburg. Die elf Teams sprangen acht Sprünge aus 3.000 Metern bei einer Arbeitszeit von 35 Sekunden. Gewonnen hat Team Valium aus der Schweiz, gefolgt von Team Sorry Alvin, und dem BVF Freiburg, die schnellste Zeit lag bei 9,9 Sekunden. Das Event kam gut an und wurde schnell zum festen Bestandteil im Sprungkalender der Saison, immer im letzten Wochenende im September zogen die RW-Springer (so nannte man sie vor der amtlichen Umbenennung) in den malerischen Süden der Pfalz.

Dies war zu Zeiten, wo schnellere Schirme 135 Quadratfuß hatten, Kopfbedeckungen aus Leder und Dytter ohne Display waren, die Höhenmesser allesamt analog, Öffnungsautomaten noch nicht weit verbreitet und Freefly noch nicht mal ein Wort war. Gar nicht wenige Springer hatten Rundkappen-Sprünge und geöffnet wurde bei 800 Metern – der eine oder andere nahm es damit nicht immer so genau. Und gefilmt wurde mit Kameras mit Videobändern, die, wenn die Abdeckung nicht sauber abgetaped war, auch gerne mal flattrige Bilder lieferten (sofern der Akku sich nicht in der Luft verabschiedete). Im Jahr 2009 war die 20. Auflage des damals am längsten ununterbrochen laufenden Fallschirm-Wettbewerbs, 15 Teams mit teilweise wunderbar kreativen Team-Namen wie Schwoabendeifi (1 und 2), Drink + Dive, 2 x 3 Phenyl, Maiglöckchen, Hot Pops und Schorle Schweighofen kämpften in sechs Sprüngen aus zwei Porter (der Vereins-Porter D-FCLG und der D-FJMO) um den Sieg. Aus den zwei Porter wurde zunächst ein Stern zusammen geflogen, gefolgt von zwei Formationen. Gewonnen hat das Team Fifty Fifty aus Schweighofen vor dem FSC Dädalus Eisenach und Gruppen 6. So blieb der Wanderpokal, stilecht geschnitzt aus dem Boden eines Pfälzer Weinfasses, in Schweighofen.

„Der 6er Speed ist dann leider versandet, im knapp dreißigsten Jahr seines Bestehens ist es nun höchste Zeit, den Dornröschenschlaf zu beenden“, so Dominique Stoll, Vorstandsmitglied und Betriebsleiter in Schweighofen.

Ein Event für die jungen Teams genauso wie die „ALTEN RECKEN“

Eingeladen zum 6er Speed Wettbewerb sind all die „alten Bekannten“ genauso wie neuere Teams, die einen echten Traditions-Wettbewerb aus zwei Flugzeugen springen wollen, mit vielen guten Springern, faszinierenden Videos und guten Stories von damals und heute. Und wer Bilder und Videos von damals hat, ist herzlich eingeladen, sie mitzubringen. Gesprungen werden die Dive Pools von heute, aber vielleicht gibt es ja eine Überraschung mit alten RW-Blöcken.

Grenzüberschreitende Tradition

Der 6er Speed aus zwei Porter findet statt am Tag der Deutschen Einheit, 3.10., ab 9:00 Uhr und am 4.10.2019 (Brückentag) in Schweighofen in der pittoresken Südpfalz, und da der Platz direkt an der deutsch-französischen Grenze liegt, ist es sehr wahrscheinlich, dass der eine oder andere Sprung im Wortsinne grenzübergreifend ist. Man kann dort campen oder im Bunk House (acht Betten) übernachten, die Kneipe am Platz bietet leckeres Essen, es gibt die sensationellen Pfälzer Sonnenuntergänge, warme Duschen, freies Wifi und Bier ist reichlich vorhanden. Und jeder ist eingeladen, das E-Wheel mitzubringen.Die Schweighofener fliegen gerne mit den Dingern knapp über dem Flugplatzboden wenn sie nicht Löcher in den Himmel brennen.

Informationen zum und Anmeldungen für den Wettbewerb gibt es direkt bei Dominique Stoll unter dom.stoll@fsc-suedpfalz.de oder auf https://fsc-suedpfalz.de.

Stefan „Wenni“ Wendler

Bildnachweise: Roland Meyer, Peter Hormuth, Fallschirm Sport

Magazin 12/1990, Freifall XPress 01/2010

Kategorien

Anzeige

paratec-think-vertical