FS 4way – Lass uns mal nen 4er machen…

Moin! Beginnend mit dieser Ausgabe des FFX wollen wir vom Team AtomiX Euch unsere Lieblingsdisziplin im Fallschirmsport etwas näher bringen.  Die Artikel richten sich vorwiegend an interessierte 4er Springer, die noch ganz am Anfang ihrer Karriere stehen oder noch die notwendige Motivation brauchen, ein Team zu gründen oder einem Team beizutreten.

Team?! Ja man braucht ein Team… 4er Springen in dauernd wechselnder Besetzung ist Boogie-Springen.

Aber zunächst ein paar Grundlagen…

1. Was ist 4er RW Springen

Beim 4er Springen geht es darum in einer gewissen Arbeitszeit ab Absprung eine vorgegebene Sequenz aus gelosten Formationen so oft es geht zu wiederholen. Diese Sequenzen werden aus einem Divepool von 16 Randoms (A-Q (ein I gibt es nicht!)) und 22 Blöcken (1-22) gelost. Jedes Random und jeder Block müssen exakt gezeigt werden. Ein Random ist eine Einzelformation – quasi ein zu zeigendes Standbild. Ein Block besteht aus einem Startbild, einem „Inter“ (Solodrehung/Pärchen Drehung) und einem Endbild. Für jedes richtig gezeigte Random gibt es einen Punkt, für jeden richtig gezeigten Block gibt es 2 Punkte. Selbstverständlich gibt es hier genau definierte Regeln. Bei falschen Griffen, nicht kompletten Formationen, Wechsel der Formationen ohne komplettes Lösen der Griffe kann es Fehlerpunkte (Busts) geben. Ein Wettkampf besteht in der Regel aus 10 Runden und das Team mit den meisten Punkten am Ende gewinnt. 

In Deutschland unterscheidet man zwischen 3 Leistungsklassen mit ein paar kleinen aber feinen Unterschieden.

Die Einsteigerklasse hat eine Arbeitszeit von 35 Sekunden plus eine 5-Sekunden-Exit-Regel. Das bedeutet, dass die Arbeitszeit erst 5 Sekunden nach Exit beginnt ODER mit Lösen des ersten Griffes. Weiterhin gibt es in dieser Klasse 5 festgelegte Exits, sowie reduzierte Randoms und Blöcke im Divepool. Es werden 10 Runden a 3 Pkt gelost. Diese Klasse dient dazu, unerfahrene 4er Springen langsam an die Disziplin heran zu führen.

Ab der Fortgeschrittenen-Klasse gibt es die 5 Sekunden nicht mehr. D.H. die Arbeitszeit beginnt direkt mit dem Exit aus dem Flugzeug. Dazu kommen alle Randoms, sowie alle Blöcke ausser die „Tauscher“, die auch jew. im Exit vorkommen können. Gelost werden hier pro Runde 4-5 Punkte. Die Anforderung der Fortgeschrittenen-Klasse ist also schon deutlich höher als die Einsteiger-Klasse aber der nächste logische Schritt in Richtung Offene Klasse.

In der Offenen Klasse steht im Vergleich zur Fortgeschrittenen-Klasse der gesamte Divepool zur Verfügung – natürlich auch beim Exit. Ein Sprung besteht hier aus 5-6 gelosten Punkten. 

2. Warum tue ich das? 

Wie viele von euch mit Sicherheit schon festgestellt haben, ist der Lernerfolg bei mehreren Sprüngen mit den gleichen Mitspringern deutlich höher als bei ständig wechselnden. Aus dem Flieger zu springen und nicht genau zu wissen was passiert ist am Anfang zwar ganz lustig war mir aber irgendwann nicht genug. Ich habe vor 15 Jahren mit dem Fallschirmspringen angefangen. Es hat sich in den ersten Jahren bei mir herauskristallisiert das mir die RW Springerei besonders Spaß macht. Meinen ersten 4er mit 16 Pkt. während eines RW-Coachings habe ich immer noch wie einen Film vor Augen und werde ich nie vergessen! 😊 Mich hat damals wie heute die benötigte Präzision fasziniert. Und da ich schon immer von Sportlichem Ehrgeiz getragen wurde war für mich schnell klar: Ich will 4er springen!!! Nur wie mach ich das…??? Wie geht das??? Genau diese Fragen wollen wir in den dieser und den nächsten Ausgaben versuchen zu beantworten. 

Mit meinem Team AtomiX habe ich glücklicherweise Mitspringer gefunden die genau den gleichen Gedanken und das gleiche Ziel vor Augen haben: 

a) Viele und schöne Sprünge machen! 

b) An sich selber und dem Team arbeiten um besser zu werden! 

c) Deutsche Meisterschaft in der offenen Klasse gewinnen und sich für eine Weltmeisterschaft qualifizieren. 

Das war seit Beginn unseres Projektes zur Saison 2013 unser Ziel.

3. Wie geht das? 

Das Geheimnis im Formationsspringen liegt nicht in großen Bewegungen. Ganz im Gegenteil! Je kleiner und präziser die Bewegungen, desto schneller die Formationen, desto mehr Punkte. Im 4er Team hat jedes Mitglied seine fest zugewiesene Position (Slot). Point (Frontdiver) plus Center-Out (Frontfloater) bilden das Frontpiece und Center-In (Reardiver) plus Tail (Rearfloater) das Rearpiece. So ist bei jedem Random oder Block klar wer welchen Griff zu nehmen hat. Die Blöcke werden bis auf wenige Ausnahmen immer in den Piecen zusammen geflogen. Jetzt kommen allerdings die Besonderheiten des Divepools dazu. Bei 6 Blöcken in der Offenen Klasse gibt es Positionstauscher. 4x tauscht das Frontpiece, 2x muss auch das Rearpiece mit tauschen. Es wird allerdings immer nur in den Piecen getauscht. So kommt es häufig vor das man sich nicht nur 5-6 Punkte merken muss, sondern 10-12. So spricht man hier von A- und B-Slot. A-Slot original Position und B-Slot die getauschte. 

4. Was sind die Voraussetzungen? 

Grundsätzliche Voraussetzung für das 4er Springen ist die 4er RW-Freigabe lt. AHB. Diese kann jeder Springer mit der Teilnahme eines RW-Workshops erwerben und in sein Sprungbuch eintragen lassen. Somit fehlt es nur noch an den passenden Teammitgliedern. 

5. Commitment für alle? 

Wer sind dafür entscheidet (egal welche Disziplin!) das Springen Wettkampfbezogen zu betreiben sollte sich des enormen Finanziellen und zeitlichen Aufwands bewusst sein. Es bedarf einer Menge Training! 

Zuerst sollte das Team sich über die finanziellen Mittel einig sein. Denn daraus ergibt sich die mögliche Anzahl von Trainingssprüngen und eventueller Tunnelstunden. Dies sollte sich im Vorfeld wirklich sehr sorgfältig überlegt werden und ist dann für alle bindend! Was hier nicht vergessen werden darf ist der Videomann. Normalerweise trägt das Team die Kosten für Sprünge, Packjobs und Unterkunft. Hier sollte mit dem Videografen auch eine genau Absprache erfolgen. Was ebenso mit einkalkuliert werden sollte ist: Anfahrt / Unterkunft / Trainerkosten / evt. Packjobs. All dies fällt mit in das Budget! 

Ist festgelegt wieviel Training es sein soll, ist dies hier in Deutschland Outdoor nur in der Zeit von April bis Oktober möglich. Wobei das Wetter, wie wir wissen, natürlich auch eine Rolle spielt. Lockere 8/8 Bewölkung ist da semi-cool! Die meisten Wettkämpfe sind jedoch spätestens im September abgeschlossen. Somit bleiben für das Training vor einem Wettkampf meist nur 5 Monate. So ist der Zeitrahmen für das Training eng gesteckt und die Terminfindung sollte rechtzeitig erfolgen. Auch diese Termine sind bindend! Mal aus dem Fenster gucken alla: „Ach ne, Wetter doof ich bleib mal Zuhause!“ ist da nicht… Sollte das Wetter wirklich nicht springbar sein gibt es (besonders am Anfang) immer genug Möglichkeiten sich fort zu bilden. Z.B.: Videos gucken, Sprünge laufen und/oder rollen geht immer! 

Das wars erstmal für diese Ausgabe. In den nächsten Folgen gehen wir noch gezielter auf die einzelnen Punkte ein und ergänzen noch ein paar. Wenn Ihr Fragen, Wünsche oder ANregungen habt schreibt uns bitte an team@atomix4way.de

Ausserdem findet Ihr uns im Netz unter facebook.com/atomix4way oder instragram @atomix4way

Liebe Grüße und ein erfolgreiches 2019 sendet euch

Holgi

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2019-01-22T15:52:23+00:00

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