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Was? Vertical Sequentials? Nie gehört!

Kurz ein bisschen Basiswissen für alle, wie es dazu kam Sequential Rekorde fliegen zu können. Vor einigen Jahren haben sehr talentierte und gut trainierte Freeflyer einen 57er 2 Punkte, einen 33er 3 Punkte und 33er 4 Punkte Rekord aufgestellt.

Dieses Jahr, 4 Wochen vor einem weiteren geplanten 1 Punkte Head down Rekord, haben Melissa Nelson Lowe und Matt Fry mit ihrem Team und dem Support von Sara und Steve Curtis sowie Skydive Chicago einen neuen vertikalen Head down Sequential Rekord mit 44 Leuten und 3 Punkten organisiert.

Vertikales Sequential Skydiving ist die Königsdisziplin des vertikalen Skydiving. Man muss nicht nur hundert Prozent fit in seinen vertikalen Head-Down und Head-Up Skills sein, VFS Erfahrung haben, Erfahrung in Big Way Formationsspringen mitbringen und auch dynamisches Fliegen beherrschen, man muss zudem current und ein erfahrener Springer sein. Um solch tolle Sprünge machen zu können, braucht man viel Enthusiasmus und den Willen, Zeit und Geld zu investieren.

Zurzeit wird jährlich nur ein großes Event organisiert, um seine Sequential Skills zu trainieren, weil es schwer ist, die geeigneten Springerinnen und Springer zu finden, die investieren möchten.

Einige kleinere Events finden zwar statt, aber nur wenige finden sich zusammen, um zu trainieren. Dies erschwert es current zu bleiben und somit überhaupt Leute für einen Europa- oder Weltrekord zu finden. Eines davon ist das Live Bigz – früher bekannt als LODI Sequentials Event – in den USA. Die Gruppe um Robby Bigley, Mikey Knight und MX Bill Halsey hat die Grundlagen erarbeitet und Ideen kreiert, die wir heute noch nicht fliegen können. Diese Community gibt uns die Grundlagen und Ideen, das Training fortzusetzen und in Zukunft neue tolle, noch nie dagewesene Sprünge zu absolvieren.

VSWR_Punkte1-4

Foto: Daniel Angulo

Also, was ist denn in Chicago nun gewesen?

Am ersten Tag waren alle so glücklich und aufgeregt, die Skydiving Familie wiederzutreffen, zu der wir durch die gemeinsamen Sprünge in den USA über die Jahre geworden sind. Jeder kennt den anderen und kennt ihn und seine Leistung in der Luft gut. Eine Voraussetzung, um einen erfolgreichen Sprung durchführen zu können, weil man weiß, wen man wo positionieren kann, um das beste Ergebnis zu erhalten. Wir sind alle current und trainiert für den kommenden 200-way Vertical Head down Weltrekord. Wissen konnte trotzdem niemand, ob wir es auch schaffen würden und was alles passieren würde. Den ganzen Tag flogen wir 44-ways mit 3 Punkten, um den Plan zu sortieren und optimale Positionen der Skydiver festzulegen und

das Visual reinzukriegen. Jeder war hoch konzentriert und kannte seinen Job, aber so einfach war es dann doch nicht! Eine neue Schwierigkeit tauchte an der Skyline auf. Die Punkte zu fliegen, das war nicht die Herausforderung, aber das Timing zu treffen. Die sequentielle Formation muss zur gleichen Zeit geflogen werden und dies dirigiert durch Kopfnicken hinzukriegen sowie es auf Kamera zu haben, ohne überlappende Griffe, deutlich sichtbare Griffabstände, das war sehr anspruchsvoll. Aus 4800m ohne Sauerstoff trainierten wir am ersten Tag und flogen den Rekord bereits beim 4. Sprung. Das war unfassbar! Jedoch, genau wegen des Timings wurde der Rekord nicht anerkannt.

Von unseren Gefühlen total übermannt ging es voller Motivation weiter. Das Zusammengehörigkeits- und Teamgefühl war überwältigend. Es ging im Folgenden nur darum, dass der erste Griff von allen Subgroups gelöst wurde und der 2. Punkt zur selben Zeit gegriffen und geflogen wurde, genauso mit dem 3. Nur ein Frame zu früh oder zu spät und der Rekord stand nicht. Aber wie so üblich nach einem ersten Erfolg, die Sprünge wurden schlechter, die Hitze setzte zu und wir konnten den Fast-Rekord nicht wiederholen.

Am zweiten Tag waren Höhensprünge ab 5800m mit Sauerstoff geplant – der Sauerstoffflasche mussten zwei Leute weichen. Trainiert, zwei Leute weniger und 1000 zusätzliche Meter. Jeder war überzeugt, wir machen den Rekord beim ersten Sprung. Jedoch wurden ein paar Slots getauscht, das Visual veränderte sich, die Aufregung war extrem hoch. All dies führte zu keinem Erfolg. Doch nach ersten Anlaufschwierigkeiten flogen wir einen perfekten ewig andauernden 3 Punkte 42 Menschen großen Vertical Sequentials Head down Rekord. Jeder wusste, das war ein Rekord! Während die Richter die Videos prüften, arbeiteten wir an einem 4- und 5 Punkte Rekord. Das völlig Unerwartete geschah und wir flogen einen 5 Punkte Sprung mit Leichtigkeit. Um sicherzustellen, dass wir auch das Timing richtig hatten und alles auf der Kamera war, flogen wir die Sprünge weiter, um nichts zu riskieren. An diesem Tag wurden die Rekorde mit 42 Leuten und 3 sowie 4 Punkten als gültig erklärt. Beim 5. Punkt stimmte wieder das Timing um einen Frame nicht. Aber wen kümmert das, wenn wir an einem Tag zwei Rekorde geflogen sind. Es war eine wunderbare Erfahrung. Wenn euch Sequential fliegen interessiert, folgt auf Facebook der Gruppe European Vertical Sequentials und startet mit dem Trainieren.

Alexandra Salera, seit 2001 im Sport, Freeflyerin, 150 Tunnelstunden, 2000 Sprünge, Mitglied der Bodyflyer und Teammitglied der Vertical European Sequentials Gruppe.

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