Anzeige

paratec-think-vertical

Tim. Mace. Cup. als 2. Event der ISSA World Series und Deutsche Meisterschaft im Speed Skydiving 2018

Zum zweiten Mal fand in Illertissen die deutsche Etappe der ISSA World Series (der Tim.Mace.Cup.) und gleichzeitig die Deutsche Meisterschaft 2018 im Speed Skydiving vom 25. – 27. Mai statt, bei denen erneut weitere Nationale Rekorde gesprungen wurden und die deutschen Wettkämpfer das internationale Feld klar dominierten.

Speed Skydiving stellt eigene Anforderungen an Fallschirmsprunggeräte wie auch an die Springer. Daher wurden vor Beginn des Bewerbs alle Gurtzeuge auf Sicherheitsanforderungen und Regelkonformität überprüft. Kein Geringerer als Max Hurd (GBR) gab den sieben angetretenen Newcomern bereits am Vortag eine gründliche Einführung in diese interessante Fallschirmsportdisziplin mit Schwerpunkt auf  sicherheitsrelevanten Aspekten. Max wiederholte seinen prägnanten Vortrag am Freitag Mittag für weitere Interessierte.

31 Wettkämpfer aus 11 Ländern hörten die deutsche Nationalhymne zur Eröffnung beider Bewerbe und starteten bei herrlichstem Wetter ins Rennen um hohe Geschwindigkeiten. Doch gleich der zweite Load wurde durch Inkrafttreten der TRA 207 (Temporary Reserved Airspace) unverrichteter Dinge auf den Boden zurückbeordert und für dahin übten wir uns für zwei Stunden in entspanntem Warten.

Kurz vor Mittag konnte dann richtig losgelegt werden. Durch kluges Einteilen der Loads und geschicktes Jonglieren mit den wenigen Halterungen für die Messgeräte und der Leute mit bereits aufgenähten Taschen am Gurtzeug war ein flüssiger und zügiger Ablauf des Bewerbs möglich.

Holger Enderlin (Intervision) hatte während der Wintermonate an der zu erstellenden Software für die neuen ProTrack II gearbeitet. Sowohl die ProTrack II als auch die Software kamen erstmals bei diesem ISSA- Wettbewerb zum Einsatz. Die Software arbeitete hervorragend, nie zuvor funktionierte das Auslesen der barometrischen Messgeräte so schnell und unkompliziert. Im Verlauf gab es jedoch Probleme mit einigen SMD (Speed-Measuring-Devices), die fehlerhafte bis gar keine Messwerte aufzeichneten, was erstmals bei einem Speed Wettbewerb 15 (!) Rejumps zur Folge hatte. Das Schiedsrichterteam bestehend aus Bert Ham (NED), Mike Pennock (NED) und Gundel Klement (GER) booteten die Elektronics kurzerhand neu – damit war auch dieses Problem gelöst.

Die Stimmung unter den Wettkämpfern von Favoriten bis zu den Newcomern war wie immer heiter und freundschaftlich. Zwischen den Durchgängen blieb genug Zeit für den Austausch von Tipps, Fachsimpelei über Körperhaltung, Aerodynamik, die richtige Ausrüstung/Bekleidung und das richtige Training. Und wieder kam man zu dem  Schluss, dass es in dieser Disziplin keine absoluten Kausalitäten, keine conditio sine qua non, gibt. Groß zu sein und schwer birgt einen gewissen Vorteil, bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass klein und leicht chancenlos langsam sein muss.. Groß und schwer heißt nicht automatisch superschnell, hohe Geschwindigkeiten verlangen auch geflogen werden zu können.

Einer, der das offensichtlich kann und erneut bewies, war Moritz Friess, der gleich im zweiten Durchgang den von ihm aufgestellten deutschen Rekord erneuerte mit sagenhaften 571,11 km/h und ging sowohl im internationalen ISSA-Bewerb als auch in der Deutschen Meisterschaft für den FSC Remscheid startend in Führung, die er bis zuletzt verteidigte.

Weitere Nationale Rekorde wurden von Paulo Alves (Portugal) mit 383,42km/h und  Simone Bonfanti (Italien) mit 508,05 km/h erflogen. Hinzu kamen etliche persönliche Bestleistungen, die einmal mehr offenlegten, wie rasch sich die Speeder weiterentwickeln. Das zeigte der für den FSC Schwaben gestartete Marco Hepp und auch dass kleine Statur und geringes Körpergewicht kein Manko bedeuten muss (s.o.): Er verbesserte sein Personal Best um fast 40 km/h (!) auf 500,38 km/h und trat damit wie auch Simone Bonfanti erstmals in den exklusiven Kreis der Ü- 500 km/h Speeder.

Eher enttäuschend war die geringe Teilnahme bei den Damen. Mascia Ferri (ITA) und Lucy Lippold (GER) lieferten sich dennoch als einzige Frauen ein enges Rennen, das Lucy nach veritabler Steigerung während des Bewerbs für sich entscheiden konnte.

Die Endergebnisse für das 2. Event der ISSA World Series 2018:

  1. Moritz Friess (GER)
  2. Max Hurd      (GBR)
  3. Marco Hepp  (GER)

Damenwertung

Lucy Lippold (GER)

Best Newcomer

Matthias Kraft (GER)

Die Endergebnisse für die Deutsche Meisterschaft im Speed Skydiving 2018:

  1. Moritz Friess  (FSC Remscheid)
  2. Marco Hepp   (FSC Schwaben)
  3. Volker Jordan (Southsidebase Schlierstadt)

Damenwertung

Lucy Lippold (FSC Remscheid)

Best Newcomer

Matthias Kraft (Skydive Westerwald)

Als Ziel und Zweck eines solchen Events wird neben dem sportlichen Vergleich auch immer die Förderung der Kameradschaft angegeben. Diese noch junge Fallschirmsportdisziplin wünscht sich ebenso die Begegnung mit Interessierten aus anderen Disziplinen und die damit hoffentlich verbundene wachsende Popularität. Die bisherigen Rückmeldungen der Teilnehmer und Interessierten lassen hoffen, dass beides bei diesen Wettbewerben ein Stück weit gelungen ist. Die After-Comp-Party jedenfalls ging bis in die frühen Morgenstunden…

Gerda Klostermann-Mace

Kategorien

Anzeige

paratec-think-vertical