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Jedes Jahr im Frühling treffen sich in Florida die Motorradfahrer in Daytona Beach. Aber auch bei den Fallschirmspringern gibt es ein besonderes Treffen in Florida, 80 Meilen von dem Bikertreffen entfernt. Es ist ein internationales Treffen der Fallschirm-Formationsspringer (CF). Diese Fallschirmspringer wissen, wie man Fallschirme zueinander fliegen und sicher mit ihren Füßen in den Fangleinen anderer Schirme verbinden kann. Ähnlich wie beim Zielspringen müssen die Springer bei der Canopy-Formation einen Zielpunkt anfliegen. Steuert der klassische Zielspringer ein fest stehendes Ziel am Boden(die Zielscheibe) an, so handelt es sich bei der Canopy-Formation (alte Bezeichnung CRW) um bewegte Ziele und andere Schirme in der Luft. Das CF-Boogie findet jedes Jahr in Lake Wales statt. Dort trifft sich die CF-Szene auf einer internationalen Bühne und fliegt unterschiedliche Formationen am Schirm.

In diesem Jahr waren es besonders viele „CReW-dogs“, wie sie sich in den USA nennen. Darum nutzten die Organisatoren die Veranstaltung, um mal wieder etwas Größeres zu fliegen. Die Dropzone ist durch viele Weltrekorde in dieser Disziplin berühmt. Der letzte Rekord wird wohl ewigen Bestand haben und ist bereits 11 Jahre alt. Die Kapazitäten auf dem CF-Boogie reichten für 50 Springer aus. Brian Pangburn, der gemeinsam mit Chris Gay damals den Weltrekord organisierte, war auch hier der Organisator.

Brian stellte eine 25er Basis zusammen und testete mit dieser Gruppe, wie schnell sie sein kann. Gleich der erste Versuch verlief erfolgreich. Die nächste Formation sollte eine 36er Raute werden. Auch das gelang den anwesenden Springern sofort. Sogar ein Stinger (so nennt man den Schwanz einer Raute, wie beim Flug- oder Lenkdrachen), konnte die Formation zu einer 37er Formation vergrößern. Brian Pangburn registrierte, dass die 36-Formation genauso schnell zusammen kam wie die Basis vom Weltrekord. Darum verlor er bei dieser Größenordnung nicht viel Zeit. Wir hatten weitere Springer am Platz, die in solch einem Gebilde aus Stoff und Fangleinen einmal mitfliegen wollten. Mehr als 50 Springer waren es und darum wussten wir, dass uns das öfters gelingen muss, damit alle Springer des Boogies in diesen Genuss kommen können.

Die Flugzeugflotte von Lake Wales musste gleichzeitig in die Luft, wenn wir einen 49er Diamanten springen wollten. Die Piloten haben sich darauf verständigt, alle Springer auf 4400m abzusetzen. Damit kam zum ersten Mal wieder so etwas wie Weltrekordstimmung auf. Die Logistik, das Bodenbriefing und der Countdown zum Starburst (die Separation) waren in dieser Größenordnung nur bei den letzten Weltrekorden bekannt. Nirgendwo auf der Welt wurde seit 11 Jahren wieder etwas Größeres geflogen.

Wir gingen mit aller Konzentration an die nächste Größe, einen 49er heran. Die 36er Basis legte sogar noch zu und wurde immer schneller. Somit gelang ein reiner 49er Diamant im ersten Anlauf. Am nächsten Tag tauschten wir weitere Springer aus, damit sie an dem Erlebnis beteiligt werden konnten. Daraus wurden dann sogar zwei 50er Formationen.

Aus Deutschland nahmen drei Berliner an dem Boogie teil: Marion und Andreas Jankowsky und Thomas R.-Seelbinder

Thomas „Seele“ R.-Seelbinder

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