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Arbeitsgruppe erörtert Wege zur Mitgliedersteigerung im DFV

Wie wertvoll der DFV für den deutschen Fallschirmsport und für die gesamte Springergemeinde ist, hat er in den mittlerweile mehr als 25 Jahren seines Bestehens immer wieder unter Beweis gestellt. Gerade in den beiden Vorgänger-Ausgaben des Freifall-Xpress war dazu jede Menge zu lesen, über Schwierigkeiten, die es im zurückliegenden Vierteljahrhundert zu bewältigen gab, und über Erfolge, die der DFV erreicht hat.

Möglich wurde dies nicht zuletzt, weil unser Verband kein Mittel zum Selbstzweck ist, sondern von Enthusiasten geleitet und gelenkt wird, die zum einen tief im Fallschirmsport verwurzelt sind – ob als Kenner des Vereinswesens, im Wettkampfsport, auf Technikebene oder in der Schiedsrichterei – und sich zum anderen immer den Interessen derjenigen verpflichtet fühlen, die sie in die Funktion und ihre Aufgaben letztlich entsandt haben: die Mitglieder des DFV.

Doch das Erreichte gilt es zu verteidigen. Auch künftig werden wir den Verband brauchen, damit er unsere Interessen bei übergeordneten Verbänden, Institutionen und Ministerien vertritt und durchsetzt. Entwicklungen in der EU und die Globalisierung werden wie schon in der Vergangenheit Herausforderungen beispielsweise in Form neuer Gesetzesvorlagen bereithalten, die uns das Leben als Fallschirmsportler oder auch das der Absetzpiloten erschweren würden. Um dagegen wirkungsvoll auftreten zu können, ist ein mitgliederstarker DFV das beste Mittel, ernst und wahrgenommen zu werden. Getreu der Devise: Mehr Leute – mehr Lautstärke – mehr Gehör.

Auch der Handlungsspielraum zur Sportförderung ist unmittelbar an die Höhe der Mitgliederzahl bzw. des Beitragsaufkommens geknüpft. Mit der Jahrtausendwende wurde die Bezuschussung nicht olympischer Sportarten seitens des Bundes zurückgefahren und schließlich ganz eingestellt. Folglich wird der Sporthaushalt der Bundeskommission Fallschirmsport (BKF) – immerhin eine beinahe sechsstellige Summe – zu über 90 Prozent vom DFV gespeist. Und weil nur ausgegeben werden kann, was auch reinkommt, bedarf es möglichst vieler Mitglieder, noch dazu bei steigender Anzahl von Disziplinen und Betätigungsorten (indoor und outdoor).

Vieles von dem, was der Verband zum Wohle des Fallschirmsports auf den Weg bringt, kommt unterm Strich allen Springern zugute, Mitgliedern wie Nichtmitgliedern. Dabei könnte ein zahlenmäßig noch stärkerer Interessenverband an mancher Stelle durchaus noch schlagkräftiger in Erscheinung treten und wirken. In seiner Abschiedsrede auf der Informations- und Sicherheitstagung (INSITA) Ende vergangenen Jahres hat Verleger Peter Schäfer, der langjährige Produzent unseres Verbandsmagazins, mit der Stiftung der Blue-Sky-Trophäe seinen Herzenswunsch geäußert, dass aus den jetzt etwas über 6000 Mitgliedern in naher Zukunft 7000 werden mögen. Allein schon die Zugehörigkeit zu einer Gruppe Gleichgesinnter, die einem faszinierenden, ja zuweilen abenteuerlichen Hobby nachgehen, sollte Motivation für die Mitgliedschaft in einem gemeinsamen Dachverband sein.

Mit der Blue-Sky-Trophäe als Zugpferd und einigen vielversprechenden Ideen aus den Workshops des jüngsten Delegiertentages hat sich das DFV-Präsidium entschieden, die Mitgliedersteigerung zum Top-Thema 2018 zu erklären. Eine Gruppe von Delegierten mit Benjamin Ring vom Sprungplatz Merseburg (Sachsen-Anhalt) als Koordinator erarbeitet derzeit Details, zum Beispiel zum Vergabemodus der Blue-Sky-Tro­phäe. Sie soll ein Ansporn für Ausbildungseinrichtungen sein, möglichst viele Sprungschüler für eine Mitgliedschaft im DFV zu gewinnen. Zugleich soll aber auch eine separate Wertung, ebenfalls verbunden mit Preisgeldern, ins Leben gerufen werden, welche die Bemühungen kleinerer Vereine würdigt.

Um den DFV grundsätzlich noch intensiver und auch optisch präsenter in das Alltagsgeschehen auf den Plätzen zu bringen, will die AG ein Paket an Maßnahmen auf die Beine stellen: Angedacht sind zum Beispiel Plakate für die Sprungplätze, um die Bedeutung des Verbandes für unseren Sport noch sichtbarer zu vermitteln, DFV-Sprungbücher und Infomaterial für Lizenzersterwerber oder Shirts mit Branding für den DFV. Parallel soll Ursachenforschung betrieben werden, warum an manchen Plätzen nahezu kein Schüler nach dem Lizenzerwerb dem DFV beitritt. Im direkten Kontakt mit den Sprungschulen wollen wir herausfinden, wo es Gesprächspotenzial gibt, wo Probleme liegen und Reserven schlummern. Delegierte möglichst aus dem jeweiligen Bundesland sollen dabei als Multiplikator wirken und das Gespräch auf den Plätzen suchen.

Die AG Mitgliedersteigerung hat sich zwar aus dem Kreis der Delegierten gebildet, ist aber keine geschlossene Gesellschaft. Jeder Skydiver, der sich einbringen möchte, kann und sollte das. Wer also einen Vorschlag hat, wie wir unseren Verband stärken und viele weitere Springer von einer Verbandszugehörigkeit überzeugen können, ist jederzeit willkommen. Die Kontaktaufnahme ist per E-Mail an Benjamin.Ring@gmx.de möglich. Das Präsidium wird sich noch vor Saisonbeginn mit den von der AG erarbeiteten Vorschlägen befassen.

Das Ziel heißt also 7000 DFV-Mitglieder. Genug Lizenzinhaber gibt es dafür eigentlich schon heute. Wir müssen aber die „Einzelkämpfer“ für unsere gemeinsame Sache gewinnen und dafür an möglichst allen Sprungschulen wirken, dass der Nachwuchs nicht zu Einzelkämpfern wird.

Jörg „Josh“ Heise

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